ELSA
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Elsa
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…  Nachmittags beschwerte sich der Architekt telefonisch bei Mama über meine Gehaltsvorstellungen, weil er meine Forderungen als Tochter eines Selbstständigen als Unverschämtheit betrachtete. Ich will mich doch nicht verschlechtern, aber bei seinem Angebot ist die Arbeitslosigkeit für mich lukrativer. Mittags dann die Tageszeitung: Ein Gehalt, von dem ich bislang nicht einmal zu träumen gewagt habe, aber samstags und sonntags alle vierzehn Tage Dienst, was wird dann mit Manfred? Ich habe mir dort vorsichtshalber Bedenkzeit erbeten. Gleich danach der Graf: Er sucht eine Assistentin für seinen persönlichen Kram, eine, die sein Chaos in Ordnung bringt und die Kosten der Strafzettel für das falsche Parken seiner Frau vor Einleitung eines Bußgeldverfahrens überweist. Für solche Dinge hätte er keine Zeit, denn in Kürze soll er die ererbte Baronei antreten und außerdem wäre er Rotarier und das würde ebenfalls noch sehr viel Zeit in Anspruch nehmen. Sein Gehaltsangebot ist fürstlich und die Bedingungen königlich. Ich verzichte auf den Job bei der Zeitung, obwohl der nette Personalchef mich noch telefonisch überreden wollte, die Stelle doch anzutreten. Ich sollte mir überlegen, ob ich wirklich hinter meiner Entscheidung stehe. Wäre Manfred nicht, hätte ich nicht eine Sekunde überlegt.

Die vierzehn Tage meiner Krankheit sind um und da ich aus familiären Gründen gekündigte habe, komme ich vorzeitig aus meinem Vertrag. So kann ich jetzt übergangslos meinen Dienst beim Grafen antreten und freue mich auf jeden neuen Tag.

Von dem Guthaben meines Sparbuches durfte ich mir ein Auto kaufen. Ein himmelblauer Käfer, gerade zwei Jahre alt. Manfred war entsetzt über den Preis. „So etwas kannst Du doch nicht beim teuersten Autohändler der Stadt kaufen“ hat er gesagt, aber ich bin trotzdem stolz und glücklich. Der Käfer hat seinen eigenen Kopf und bei feuchtem Wetter will er mir manchmal nicht gehorchen. Trotz guten Zuredens springt er oft nicht an. Manfred versteht sich mit ihm besser als ich. Einmal die Motorhaube geöffnet, dann mit Schwung wieder zugeknallt, knattert er los. An manchen Tagen reicht es aber auch, wenn ich gegen den linken Kotflügel trete. Die Werkstatt hat den Fehler endlich gefunden und mein himmelblaues Wesen aus Blech startet jetzt ohne Knallen und Treten.

Bei einem Regierungsrat a.D., direkt an der Aller, hat Manfred eine Einliegerwohnung unter dem Dach gemietet, und jetzt steht sein Schreibtisch in Hamburg. …
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