ELSA
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Elsa
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…  Ich darf nicht stören, er ist einfach nur genervt. Er nörgelt an mir herum, meckert über Kleinigkeiten. Von der letzten Messe brachte er mir einen großen Kasten der neuen heizbaren Lockenwickler und ein elektrisches Maniküregerät mit. Er sagte, wenn ich Langeweile hätte, wäre das doch eine tolle Beschäftigung für mich und fragte in diesem Zusammenhang, weshalb ich nicht, wie Mama, stricken würde?

Meine Tränen bremst er mit „Elsa, sei ein liebes Kind, ich habe noch zu tun“. All seine Kontakte wären geschäftlicher Natur. Bei mir legt er Wert auf gepflegte Garderobe, am liebsten sieht er mich in den noblen Kleidchen, die Mama für mich gekauft hat. Die Kinder seiner Geschäftspartner sind so alt wie ich. So gerne würde ich mal in eine der neu eröffneten Diskotheken gehen, aber wenn ich solche Wünsche äußere, lacht er mich jedes Mal aus. Bestimmt ist er böse, wenn ich die Tochter seines Geschäftsfreundes frage, ob sie Lust hat, mit mir was zu unternehmen. Ich bin sicher, dass sie auch gerne mal mit mir ausgehen würde, aber ich traue mich gar nicht erst zu fragen, vielleicht später, wenn wir verheiratet sind.

Jetzt ist mir klar, weshalb Elsa nicht mehr mit mir spricht. Sie weiß, ich würde lachen und ihr raten: „Bleib bei mir, heiraten kannst Du auch später noch, wann hörst Du endlich auf, auf alles hereinzufallen, was da draußen am Wegesrand steht?“ Elsa wünscht sich, dass sie ich wäre, doch dazu fehlt ihr der Mut.

Die Planung für das erste SB-Warenhaus ist beendet und man schickt Manfred quer durchs Land. Köln, Mainz, Worms und von Nord nach Süd. Er erwartet, dass ich mir die Zeit nehme, ihn auf allen seinen Reisen zu begleiten. Jetzt hat Papa mit ihm ein Wort von Mann zu Mann gesprochen und ihm unmissverständlich klar gemacht, dass ich immerhin noch Familie habe, berufstätig bin und es darüber hinaus für ihn noch etwas zu regeln gibt. Trotzdem erwartet Manfred, dass ich ihn in meinem Urlaub begleite und mich seinen Geboten füge.

Bei Bier und Schnaps wurde ich jetzt verlobt, auch wenn dieses Ereignis eigentlich erst in drei Wochen stattfinden sollte. Weit entfernt und ohne Zeugen feierten wir unser Eheversprechen in Eltville. Mama und Papa ist somit die Ausrichtung einer Feier erspart geblieben und Manfred das ganze Drumherum. Fast war es wie bei meinem Abschlussball in der Tanzschule: Mama ist vorher mit mir einkaufen gegangen und hat mich dem Ereignis entsprechend ausstaffiert. Sie hatte vor, an unserem Verlobungstag mit Papa einen ausgedehnten Waldspaziergang zu machen. …
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