ELSA
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Elsa
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…  Als ich öffne, steht ein fremder Mann vor mir, klein, verschwitzt aber freundlich lächelnd fragt mich, ob der Papa zu Hause ist. Ich wusste genau, wen er meinte, und als Mädchen aus gutem Hause bat ich ihn herein. Ich sagte ihm, dass mein Vater in Hannover ist und auf seine Frage, wann er denn zurückkommt, antwortete ich brav: „Bestimmt zu meinem Geburtstag.“ Der Mann war verunsichert und sagte, dass er doch im Warenhaus mit ihm gesprochen hätte und er eindeutig an der richtigen Adresse wäre. Er wollte den unterschriebenen Vertrag für seinen gekauften Schrank abgeben und ich sollte ihn netterweise meinem Vater aushändigen. Erleichtert stimmte er in mein Lachen ein und ich antwortete ihm, dass ich meinem Mann den Vertrag aushändigen werde.

Elsa steht lachend hinter mir. „Weißt Du noch, wie sich Manfred aufgeregt hat. Ich konnte doch gar nichts dazu, dass mich dieser Mann für seine Tochter hielt. Wütend ist er zu seinem Reitstall gefahren und kam dann spät abends humpelnd und müde wie ein Greis nach Hause. Er war sauer über mein Verhalten und unterstellte mir, dass ich ihn nur bloßstellen wollte. Was hatte er nur für komische Gedanken - ich wollte ihn wirklich nicht bloßstellen, ich wollte ihm einfach nur eine Quittung für mein versautes Wochenende verpassen.

Ich bin mir fast sicher, dass sie nicht nur glaubte, dass ihre Wochenenden versaut waren, sie war unglücklich und machte ihrem Herzen mit ihren Tagebucheintragungen Luft:

Ganz früh sind in diesem Jahr die Kirschen reif. Dicht am Haus, nur den Feldweg entlang, ist eine große Plantage. Kürzlich bin ich schon einmal dort gewesen, die ersten Kirschen schmeckten wunderbar. Heute habe ich Manfred überredet, mit mir dort hinzugehen und weil ich ihm gleichzeitig gesagt habe, dass er sich zum Kirschenklauen bestimmt schon zu alt findet, ist er sicher gerade deshalb mitgekommen. Es war herrlich, unsere Bäuche waren prall und dick und wir hatten beide keinen Appetit mehr aufs Abendessen. Der Obstbauer kam in einem großen Jeep angebraust, hupte, winkte und rief etwas Unverständliches. Eigentlich sah er gar nicht zornig aus und einen Knüppel hatte er auch nicht in der Hand. „Manfred, der Kirschendieb“, wollte nur schnell weg und schubste mich durch die Weißdornhecke. Ich bin am ganzen Körper zerkratzt. Er wütete und wetterte und sagte, dass man von mir auch nichts Anständiges erwarten kann. Daraufhin habe ich ihm spontan in die Hand gebissen, ganz tief, bis Blut kam. …
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