ELSA
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Elsa
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…  Im nächtlichen Dämmerlicht die vergäng­liche Show, um im hellen Nordlicht des Tages die Gegenwart für ewig festzuhalten. Ganz direkt fragt er mich: „Und Du?“ Ich kann ihm keine Antwort geben, die Tränen rinnen über mein Gesicht. Er ist so groß und kann viel weiter in die Ferne sehen als ich. Ich bin klein und dumm und niemand glaubt mir das Sonntagskind.

Auch in der dritten Nacht bleibt das Bett neben mir weiter unbenutzt. Weshalb soll ich mir Gedanken machen? Fuerteventura heißt ins Deutsche übersetzt „starker Wind“. Pieti umgibt mich mit einer sanften Brise und von Manfred kommt es steif von Nordost. Pieti nimmt mich lachend in seine starken Arme und sagt, dass alle keine Ahnung haben. „Fortunatae venture“, so hieß die Insel der Phönizier und in seinem realistischem Surrealismus behauptet er, es heißt nichts anderes als „des Glückes Glück“.
Morgen ist Silvester. Mittags will Manfred auf die Insel Gomera. Der Leuchtturmwärter mit seinen achten Kindern ist der einzige Bewohner dieser Felsenlandschaft und gibt eine Silvesterparty. Ich werde das lavendelblaue Chiffonkleid anziehen, weil ich finde, dass es meine sonnengebräunte Haut erfrischend unterstreicht. Nach langen Überredungskünsten hat Manfred auch seinen Smoking eingepackt. Das Galadinner beginnt um einundzwanzig Uhr aber Manfred ist nicht da. Ich gehe allein, denn ich denke, dass ich mir selber Gesellschaft genug bin. Es gibt ein vorzügliches Essen, ich bin von vielen netten Leuten umgeben und zur Mitternachtsshow ist Manfred immer noch nicht aufgetaucht. Keine Sirene der Rettungswacht und auch kein Sanitäter bringt mir eine schlechte Nachricht und so vertreibe ich Manfred mit den letzten Stunden des alten Jahres aus meinen Gedanken. Ich versuche, mit den anderen Gästen fröhlich zu sein.

Ganz leise ist das alte Jahr vergangen. Manfred ist verschollen und Pieti on Show. Als es ruhiger wird, habe ich seinen Zimmerschlüssel in der Hand: „117“. Ich habe mich getraut, hier auf ihn zu warten und irgendwann bin ich in einem weiß bezogenen Bett eingeschlafen. Pietis Stimme weckte mich, als er das Frühstück bestellte. Er bestellte für vier Personen aber wir waren nur zu zweit. Mit dem ersten Sonnenaufgang im neuen Jahr haben wir es eingepackt und sind zum Strand gegangen. Meite und Malte, zwei junge Spanierinnen vom Festland, warteten auf uns. Malte ist mit einem der Hoteldirektoren verheiratet. Die beiden haben einen dreijährigen Sohn und ihre Mutter hütet ihn, wenn sie Termine hat. …
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