ELSA
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Elsa
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…  Mama zeigte sich enttäuscht über meine Käufe. Sie hat gedacht, ich hätte einen großen Berg kochfester Windeln und Jäckchen mit Bindeband besorgt. Außerdem gefällt es ihr nicht, dass ich das Kinderbettchen in Gelb bezogen habe, obwohl ich weiß, dass es ein Junge wird. Das einzige, was ihre Anerkennung fand, war die Box mit den ölgetränkten Popotüchern, die will sie sich auch kaufen, weil sie bestimmt auch gut für ihr Gesicht sind. Sie hat noch nicht einmal gefragt, wie es mir geht und wie lange es noch dauern wird.

Seit ihrem letzten Besuch habe ich noch eine Woche Zeit. Mein Sohn wird ein ganz Fauler werden. Er hat sich einfach hingesetzt und da sitzt er seit Wochen. Durch nichts ist er zu bewegen, sich herumzudrehen. Mein Arzt meint, wenn er sich nicht dreht, macht er einen Kaiserschnitt und deshalb weiß ich jetzt konkret, wann der Termin ist. Ich habe mir Schwanger sein viel schlimmer vorgestellt. Hinten bin ich schlank wie immer, und vorne schiebe ich einen Bauch vor mir her, dass ich kein Problem hätte, die Kaffeetasse darauf abzustellen. Ich kann mir gar nicht vorstellen wie es ist, wenn ich mal wieder richtig auf meine Schuhe sehen kann. Mein Sohn wird ganz bestimmt ein sehr liebes Kind, wenn er mich manchmal zu sehr tritt und klopft, als wollte er raus aus seiner Dunkelheit, lege ich meine Hand an die Stelle, von der ich glaube, dass dort sein Köpfchen ist, und dann wird er gleich wieder ruhig.

Zum Krankenhaus bin ich ganz allein gefahren, ich wollte keinen Verwandten bei mir haben, auch nicht den, der jetzt bald Vater wird. Sie werden es schon früh genug erfahren. Ich will jetzt nur alleine sein. Mir ist, als ob die Zeit stehen geblieben ist. Es dauert endlos lange, bis es endlich sechs Uhr morgens ist und ich die erste Spritze vor der Operation bekomme und kurz danach, wie eine Kranke, mit meinem Bett in den Operationssaal gefahren werde.
Ich bin so froh, wenn alles überstanden ist. Mein Arzt ist fest davon überzeugt, dass mein Sohn ein Riesenkind wird, mindestens acht Pfund oder mehr, denn ich habe furchtbar zugenommen. “Sechsundzwanzig Pfund, die müssen wieder weg“, mit solchen Gedanken vertreibe ich mir die Zeit. Endlich ist der Narkosearzt da, und kurz darauf versinke ich in eine große Dunkelheit.
Ich bin noch immer ganz weit weg, als ich merke, dass jemand etwas Schweres auf mich legt und dann höre ich eine freundliche Stimme, die mich bittet, meinen Po mal etwas anzuheben. Langsam realisiere ich, wo ich bin und angestrengt versuche ich, wach zu werden. …
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