Eine groteske Verwandlung
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Kapitel I
Kapitel II
Kapitel III
Kapitel IV
Kapitel V
Kapitel VI
Kapitel VII
Kapitel VIII
Kapitel IX
Kapitel X
Kapitel XI
Kapitel XII
Kapitel XIII
Kapitel XIV
Kapitel XV
Kapitel XVI
Kapitel XVII
Kapitel XVIII
Kapitel XIX
Kapitel XX
Kapitel XXI
Kapitel XXII
Kapitel XXIII
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…  Leider konnten wir uns nicht lange daran erfreuen, denn als die Insekten begannen auszuschwärmen, mußten wir schleunigst die Flucht ergreifen. Bei dieser Ameisenjagd konnte ich feststellen, es gibt in unserer Gemeinschaft zwei Linkshänder.

   Während des Ameisenangelns wurde ich gewahr, daß mich eines der Weibchen ständig aufmerksam beäugte. Es war Dickie, die gut im Futter steht und daher diesen Namen von mir erhielt. Obwohl ich nicht spreche, habe ich fast allen Gruppenmitgliedern nach und nach Namen zugeteilt, dies geschah unwillkürlich und immer wegen irgendwelcher Besonderheiten meiner Artgenossen. Einen der Männer nenne ich Brummbär, weil er meist schlechtgelaunt daher kommt, was ihn aber keineswegs zum Außenseiter stempelt. Es hat absolut den Anschein, als genießen jene, die oft und viel Lärm veranstalten, ein höheres Ansehen in der Gruppe, wie ich bereits am ersten Tag erkennen durfte. Dennoch verhalte ich mich unauffällig und wiederhole auch meine Attacke vom ersten Tag unserer Begegnung nicht. Diese glückliche Baumfällaktion hat mir ohnehin den nötigen Respekt eingebracht, der es mir gestattet, mich in der Gruppe einigermaßen sicher zu bewegen, ohne ständigen Angriffen ausgesetzt zu sein.

   Heute also, beim Maisessen, sitzt Dickie unmittelbar neben mir, greift ab und zu nach einem meiner Maiskolben, nimmt ihn aber nicht weg, was ich mir sofort verbeten hätte. Sie schiebt den Kolben lediglich hin und her, einmal von mir weg, danach wieder auf mich zu. Interessiert beobachte ich ihr Tun, lasse sie gewähren. Plötzlich steht sie auf und präsentiert mir ihr Hinterteil. Dafür hat sie eigens ihren Maiskolben beiseite gelegt. Da ich jedoch zwischen meiner Libido und einem Schimpansenhinterteil keinen Bezug herzustellen vermag, esse ich seelenruhig weiter. Dickie läßt irgendwann von ihrem Vorhaben ab und widmet sich wieder dem anderen Kolben. Dem eßbaren.

   So etwas wie Eifersucht scheint es in dieser Gemeinschaft nicht zu geben. Die Weiber paaren sich mit wem sie wollen; es ist beinahe wie im richtigen Leben. Bevorzugt werden große Männchen, daher bin oftmals ich der Auserwählte. Leider. Aus verständlichen Gründen reagiere ich stets teilnahmslos oder abweisend. Zwar haben wir mit Eros einen Rudelführer - der übrigens nie unumstritten regiert - der aber kein besonderes Anrecht hat auf ein spezielles Weibchen. Die Kinder sind wahrscheinlich von allen drei Männern, daher verteidigen auch alle erwachsenen Männchen gemeinsam den Trupp gegen Feinde. …


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