Eine groteske Verwandlung
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Kapitel I
Kapitel II
Kapitel III
Kapitel IV
Kapitel V
Kapitel VI
Kapitel VII
Kapitel VIII
Kapitel IX
Kapitel X
Kapitel XI
Kapitel XII
Kapitel XIII
Kapitel XIV
Kapitel XV
Kapitel XVI
Kapitel XVII
Kapitel XVIII
Kapitel XIX
Kapitel XX
Kapitel XXI
Kapitel XXII
Kapitel XXIII
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… 

Schon muß ich die breite Straße wieder verlassen und gelange schließlich in einen kleinen verschlafenen Ort.

Die richtige Adresse zu finden, dürfte nicht einfach sein, und erneut werde ich an Goma erinnert. Schon dort war es mir verwehrt, jemanden nach dem Weg zu fragen, dennoch hatte ich mein Ziel erreicht. Ganz im Unterschied zu einem Touristen - der in einem fremden Land, dessen Sprache er nicht spricht, etwas sucht, und der sich notfalls mit einer Zeichensprache behelfen kann - darf ich nicht einmal das Seitenfenster öffnen. Es wäre nicht auszudenken, was geschehen würde, wenn ein Passant entdeckt, daß dieser Lieferwagen von einem Schimpansen gesteuert wird. Bären die radfahren kennt man ja bereits. Aber Schimpansen die Lieferwagen lenken ...

   Kurz nach der Ortseinfahrt muß ich an einer Ampel halten, weil eine junge Frau mit Kinderwagen die Straße überquert. Glücklicherweise ist es im Innern eines Autos so dunkel, daß man die Insassen nur schlecht erkennen kann. Als die Anlage auf grün schaltet, bin ich wieder unterwegs.

Ich muß die Lessingstraße finden. Kreuz und quer fahre ich durch das Dorf, immer darauf bedacht, keine Verkehrsübertretung zu begehen. Hinter einer Bäckerei entdecke ich die Mozartstraße. Schön, ich bin bei den Komponisten gelandet, ergo dürften die Dichter nicht allzuweit entfernt sein. Auch Beethoven wird passiert, und Haydn, schließlich treffe ich auf Schiller. Zwei Querstraßen weiter, nachdem ich Goethe respektlos überfahren habe, biege ich in die Lessingstraße ein, vor dem Haus Nummer 23 bleibt der Lieferwagen stehen.

   Ich kenne nicht das Stockwerk, in dem Susanne wohnt, nur die Hausnummer. Meine Uhr zeigt kurz vor zehn, die Straße ist menschenleer. Die Jacken dieser beiden gedungenen Mörder kann ich nicht anziehen, sie liegen im Wald. Notgedrungen entschließe ich mich zu einem Wagnis.  

Ein Rundumblick zeigt mir, es ist wirklich niemand unterwegs, und eiligst verlasse ich den Wagen. Mit wenigen Sprüngen bin ich an der Haustür, erkenne im Dunkeln den Namen, drücke die Klingel mehrmals und husche sofort zurück zu meinem Gefährt. Kaum habe ich wieder Platz genommen, da erstrahlt der Hausflur in hellem Licht. Im zweiten Stock sehe ich Susanne auf den Flur treten, sie ruft nach unten, erhält aber keine Antwort. Was wird sie tun? Ich sehe, wie sie ein paar Stufen hinab steigt, aus dem Fenster sieht und kopfschüttelnd zurück in ihre Wohnung geht.

Das war ein Fehlschlag. …


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