Rien ne va plus
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Kapitel I
Kapitel II
Kapitel III
Kapitel IV
Kapitel V
Kapitel VI
Kapitel VII
Kapitel VIII
Kapitel IX
Kapitel X
Kapitel XI
Kapitel XII
Kapitel XIII
Kapitel XIV
Kapitel XV
Kapitel XVI
Kapitel XVII
Kapitel XVIII
Kapitel XIX
Kapitel XX
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…  Sie hatte ihre schlanken Beine übereinander geschlagen, beide Hände zu Fäusten geballt im Schoß liegen. Ihre Schönheit nahm etwas Schaden durch die Zornesfalten auf ihrer Stirn, die nicht so recht passen wollten zu der lockeren Stimmung in ihrer Umgebung, aber sie schien so sehr mit sich selbst beschäftigt, daß sie ihr Umfeld gar nicht wahrnahm.
   Zwei Tage hatte sie im Emirat verbracht, den Versuch unternommen, die eingeschlafene Beziehung zu einem Freund wieder zu erwecken, zerbrochenes Porzellan zu kitten, den Weg zu bereiten für eine erfolgreiche Zukunft zu zweit – aber all ihre Bemühungen waren vergeblich gewesen. Woran sie letztlich gescheitert war, konnte Patricia Hawkins nicht mit Sicherheit sagen. Aber ausschlaggebend dürfte wohl der Matisse gewesen sein.
Das Bild, auf das sie so lange ein Auge geworfen hatte und schließlich erwerben konnte. Es war ein früher Matisse, auf dem ein junges Mädchen zu sehen war, eine Nordafrikanerin in einem bunten Kleid vor der Kulisse eines Dorfes mit weißen Häusern. Es hatte ein Vermögen gekostet, aber Bilder waren nun mal ihre große Leidenschaft. Und das Allerschönste für sie war es, ein Bild selbst zu besitzen.
   Nun war ein Traum geplatzt. Der Traum, sich den Mann zu angeln, der ihre extravagante Leidenschaft finanzieren konnte. Ihr erster Mann, mit dem sie über fünf Jahre zusammen lebte, war dafür nur bedingt infrage gekommen. Zwar verdiente er nicht schlecht, aber gegen die Möglichkeiten eines Benjamin Sinclair waren das nur Peanuts. Wenn sie sich nur an Cardiff erinnerte, als Ben das Casino in zwei Tagen um 380 000 Pfund erleichtert hatte, einfach märchenhaft.
   Weiß schimmerten die Knöchel ihrer Fäuste, matt strahlte der große schwarze Ring mit der goldenen Waage an ihrem Finger, als Patricia weiter ihren Gedanken nachging; reuigen Gedanken zweifellos, aber was geschehen war, war geschehen und nicht wieder rückgängig zu machen. Nicht einmal in seiner eigenen Suite hatte er sie übernachten lassen. Ein Einzelzimmer hatte er ihr besorgt.
Wieder fühlte die Frau eine ohnmächtige Wut in sich aufsteigen, immer deutlicher schnitten die Furchen ihr ohnehin verzerrtes Gesicht in mehrere Teile, von ihrer einstigen frischen Schönheit war nicht mehr viel übriggeblieben.
Unkontrolliert zuckte die linke Faust der Frau und stieß dabei die Kaffeetasse vom zierlichen Klapptischchen über ihrem Schoß, das heiße Getränk ergoß sich über ihr Kleid, machte es unansehnlich, auch die Strümpfe wurden in Mitleidenschaft gezogen. …
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