An den Tagen zuvor
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…  Ich taumelte zurück ins Wohnzimmer und erst jetzt wurde mir das Ausmaß der letzten Nacht klar. Auf dem Tisch vor dem Sofa standen zwei leere Gläser, daneben zwei leere Flaschen Wein, die Flasche Martini lag auf dem Boden. Ein übervoller Aschenbecher stand auf meinem Teller, auf dem sich vor wenigen Stunden noch leckere Nudeln mit Knoblauch befanden. Das konnte man auch riechen. Die ganze Wohnung roch nach Alkohol, Rauch, Knoblauch und Sex. Mark hatte immer gesagt, man könne es riechen, wenn jemand Sex hatte. Und er hatte Recht. Bislang war mir das nie aufgefallen, aber in dieser Kombination wurde es mir schlagartig bewusst. Auf dem Sofa lag ein nackter Ben, wenig bedeckt von einer dünnen Bettdecke und schlief. Oder er tat nur so. Ich überlegte kurz, ob ich ihn wecken sollte oder mich wieder neben ihn legen sollte. Die beste Variante war allerdings erstmal meine Zähne zu putzen, denn in meinem Mund fanden sich die wildesten Geschmacksrichtungen wieder und ich musste mich nochmal übergeben. Ich zog mir meinen Bademantel an und warf einen kurzen Blick in den Spiegel.
Oh nein. So oder so ähnlich wollte ich nie wieder aussehen, also ging ich unter die Dusche.
Ich war gerade fertig als es an der Tür klopfte. Schon komisch, wie sehr man plötzlich gefragt war, wenn man es gar nicht wollte. Wenn man Single war, schauten einen die Männer nicht an, hatte man dann einen Freund, liefen sie einem hinterher. Das liegt am Verliebtsein, das strahlt man aus. Blödsinn. Männer haben für sowas einen Instinkt. Sie wollen immer das, was ihnen nicht gehört und deshalb stürzen sie sich so auf vergebene Frauen. Und danach stürzen sie sich vielleicht vom Hochhaus. Ich hatte wegen Ben kein schlechtes Gewissen, ich hatte gar nichts. Ich war nicht verliebt oder so, ich war einfach zufrieden und so zufrieden öffnete ich auch im Bademantel die Tür. Da stand Hannah.
"Hannah?!"
"Gott sei Dank bist du da. Ich wollte schon wieder gehen, weil du nicht aufgemacht hast."
Zwei Sekunden..... wäre ich nur zwei Sekunden später aus der Dusche gekommen. Sie wäre gegangen und ich hätte den Schreck meines Lebens verpasst.
"Hannah, was ist? Gehts dir gut?"
Ich bemühte mich sehr, die Fassung zu wahren und mir nichts anmerken zu lassen. Der Knoblauch-Nudel-Martini-Zigarettengeschmack kam mir plötzlich wieder hoch. Sie sah toll aus. Blöde Kuh. Ihre braunen Haare glänzten richtig und sie hatte immer so einen Pfirsichteint. Ich wünschte ihr die Windpocken an den Hals, auf dass sie sich ihre Pfirsichhaut zerkratzen möge. …
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