ELSA
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Elsa
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…  Gekränkt und von Schmerzen gequält, habe ich unsere Hausärztin aufgesucht und die hat mich gleich ins Krankenhaus geschickt. Ich hatte noch nicht einmal die Möglichkeit, mich zu Hause abzumelden. Die Hausärztin rief dann an, um das Nötigste für mich zu regeln. Mama war genervt, weil mein Bruder jeden Moment aus der Schule kommen musste, Annegret unterwegs zum Kindergarten war und Papa Skiurlaub in Österreich machte. Aber vor einem drohenden Blinddarm­durchbruch hatte selbst Mama Respekt und so fuhr sie dann doch zu mir ins Krankenhaus. Mein kleiner Bruder musste warten und Annegret war über nichts informiert. Ich wurde sofort operiert. Anstatt zurückzukommen, schickte Papa mir Blumen ins Krankenhaus. Mama kam jeden Tag mit einem frischen Nachthemd und peppte ihre Haare provisorisch mit Trockenshampoo auf.
Zur Konfirmation war ich wieder genesen. Ich durfte zum ersten Mal Schuhe mit hohen Absätzen tragen und fühlte mich erwachsen und schön. Ich glaube, ich habe nie wieder Lust, in Schuhe mit flachen Sohlen zu schlüpfen.

Die Schule ist wieder einmal ein Albtraum. Ich habe meinen Namen verloren, und werde gehänselt und von allen nur noch „Ach Kind“ genannt. Nach einem tränenreichen Sommer habe ich jetzt meine schulische Laufbahn am Mädchen-Gymnasium in der Hauptstadt endgültig beendet. Ich fühle mich einsam wie nie. Die Schüler und Lehrer der neuen Schule machten mir den Einstieg aber leichter als ich dachte. Ich glaube, dass ich bei allen ganz beliebt bin. Besonders der Englischlehrer hat es mir angetan. Um ihn herum rankt sich ein großes Geheimnis, denn vor nicht allzu langer Zeit hat er eine Schülerin geheiratet, eine Rothaarige, mit der er jetzt einen Sohn hat. Die Frau stellten sich alle als Vamp und ziemlich abgefahren vor. Jetzt hat sich aber herausgestellt, dass sie eine ganz Liebe ist und sie mit ihrem Casanova ihre tägliche Not hat. Jede Englischarbeit von mir unterschreibt er mit einer großen Eins. Neulich hat er mich tatsächlich als Gasthörerin zu seinen Vorlesungen an der Uni eingeladen. Ich ging also hin und muss zugeben, dass ich kein einziges Wort verstand. Außerdem ist mir unerklärlich, was ich an diesem alten, verheirateten Kerl finde konnte. Später hat er noch Wirtschaftsgeographie unterrichtet und nicht bemerkt, dass ich ihm als Abschlussarbeit eine Ausarbeitung über Kaffeeanbau unterschob, die er mir bereits im Vorjahr mit einer Zwei benotet hatte. Schleimscheißerisch hat er die gleiche Arbeit jetzt mit einer Eins bewertet. …
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