Eine groteske Verwandlung
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Kapitel I
Kapitel II
Kapitel III
Kapitel IV
Kapitel V
Kapitel VI
Kapitel VII
Kapitel VIII
Kapitel IX
Kapitel X
Kapitel XI
Kapitel XII
Kapitel XIII
Kapitel XIV
Kapitel XV
Kapitel XVI
Kapitel XVII
Kapitel XVIII
Kapitel XIX
Kapitel XX
Kapitel XXI
Kapitel XXII
Kapitel XXIII
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…  Um kleine Papierkörbe daraus zu fertigen, als Souvenirs für Touristen…

Angewidert sehe ich mir das ganze an und denke, ich lebe noch im letzten Jahrhundert. Schon ziehen winzige schwarze Punkte am Himmel ihre Kreise, werden größer, schicken sich an zu landen. Die Geier bereiten sich vor auf ein Festmahl ohnegleichen.

Mehrere Tonnen Fleisch liegen hier in der Savanne, sinnlos hingemetzelt für ein Paar winziger Elfenbeinzähne und wegen - Souvenirs. Es ist nicht zu begreifen! Wut steigt in mir hoch, unbändige Wut, die sich in irgendeiner Form entladen wird, entladen muß. Sehr bald! Ich kenne mich.

 

***

 

   Luft flimmert in der Mittagshitze, goldgelber Staub wirbelt im Kreis, legt sich auf meine Kleidung, auf das Auto, auf das an dieser Stelle spärliche trockene Gras, hüllt die ganze Savanne ein, dringt in meine Augen, in die Nase, zwingt mich zu husten, als ich wieder den weißen Jeep sehe. Nicht weit von mir entfernt steht er dort wie ein Teil der Savanne. Es ist nicht das erstemal, daß ich ihm begegne, aber niemals ist es mir gelungen, mit dem Fahrer in Kontakt zu treten. Jedesmal, wenn ich versucht habe mich zu nähern, hat er sich mit seinem flinken Fahrzeug davongemacht. Zuletzt in Tansania; als ob er mich verfolgen und beobachten würde ... Eilig fliehe ich vor dem Sandsturm ins Wageninnere und schließe die Fenster, er wird bald vorüber sein.

   Als der kurze Sturm etwas nachläßt steige ich aus, klettere auf das Dach und suche mit meinem Fernglas die Gegend ab. Der weiße Jeep ist wie vom Erdboden verschluckt; was wollte er? Angespannt versuchen meine Augen die restlichen Staubwolken zu durchdringen und wandern über die Landschaft auf der Suche nach einer bestimmten Familie. Ich sehe mehrere Schirmakazien, einige Termitenhügel, die sich dort wie unförmige Pfeiler erheben, wie drohende Finger ragen sie aus dem Boden. Dorthin fahre ich und stelle den Wagen ab.

   Ich kann es nicht anders beschreiben: Ich fühle mich unwohl in meinem Hemd. Heute spannt es noch mehr als gestern. Wahrscheinlich ist es beim Waschen eingelaufen, daher ziehe ich es aus, es ist mir viel zu eng. Schon spüre ich die Sonne Afrikas auf meiner Haut, lasse den Wagen stehen und gehe durchs hohe Gras zwischen den Säulen der Termitenbauten hindurch, als ich ein schrilles Fiepen vernehme. Als ob ein Vogel aus dem Nest gefallen wäre und nach seinen Eltern ruft, so dringt der helle Ton herüber, aber es ist kein Nest zu sehen. …


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