Kuppeln ist mein Gewerbe
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Kuppeln ist mein Gewerbe
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…  Mehr als kurze Sätze waren aus Joachim nicht herauszubringen. Zumindest von mir nicht  obwohl ich von seinem letzten Partnervorschlag wusste, dass er ein Dauertelefonierer sei. Aber er sollte ja auch mit Vera am Telefon plauschen und nicht mit mir.

Joachim ist ein interessanter Mann, aber erst auf den zweiten Blick. Bei seinem ersten Besuch bei mir wirkte er sehr traurig und zurückhaltend, selbst der Kragen seines Polohemdes hing traurig herab. Aber wenn er lachte! Der Mann hat Augen!!! Er hat einfach etwas an sich, was Männer für uns Frauen so unwiderstehlich macht. Er gehört zu der Kategorie Mann, dem man einfach über das Haar streicheln, sich ankuscheln und ihn in den Arm nehmen möchte. Er ist ein absoluter Schöngeist, spielt mehrere Musikinstrumente und fährt leidenschaftlich gern Rad. Als DiplomIngenieur leitet er eine große Baustofffirma und lebt seit acht Monaten von seiner Frau, einer Pädagogin auf dem Selbstfindungstrip und Söhnchen Max, getrennt. Er bat um Diskretion über das Vermögen seiner Familie und lebt bescheiden und mehr oder weniger zurückgezogen. Nach der Trennung zogen seine Eltern in ein Haus aus Familienbesitz an die Nordsee und kamen zum Wochenende, um den Garten zu pflegen. Zu diesem Garten gehört ein vierhundertundfünfzig Quadratmeter großes Haus, herrlich gelegen im benachbarten Kurort. Joachim wollte hier nicht alleine wohnen und nahm sich eine ZweiZimmerWohnung, mit Ausblick auf einen idyllischen Teich. So hatte er mehr Zeit für sein größtes Hobby: Er war Jäger mit einer eigenen Jagd und auch das wusste er gekonnt zu verschweigen. Jeder, der hier lebt, weiß, wer  Joachim ist und trotzdem ist er ein ganz normaler Nachbar, sparsam, oft etwas schüchtern, allein und verlassen. Er würde erst wieder in das große Haus einziehen, wenn er eine neue Familie hat. Der hat vielleicht Wünsche  wäre eine Putzfrau fürs erste nicht vielleicht richtiger als diese öde ZweiZimmerWohnung?

Joachim konnte erzählen, dass mir vor Lachen die Tränen kamen, trotzdem war seine Traurigkeit immer im Hintergrund. Was hatte diesen Mann so verletzt. Ich habe ihn inzwischen ein paar Mal wieder gesehen. Die Traurigkeit ist nicht mehr da, aber es hat lange gedauert. 

Und bei diesem Joachim war ich der Meinung: Er und Vera, das wäre eine gute Konstellation. Davon war ich überzeugt.
Heute ist Montag, der Montag mit Vera. Pünktlich um elf Uhr fährt sie in die Einfahrt, hupt, steigt aus und freut sich. Freut sie sich, dass sie in dreißig Minuten hier war oder freut sie sich, dass sie bei mir ist? …
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