Eine groteske Verwandlung
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Kapitel I
Kapitel II
Kapitel III
Kapitel IV
Kapitel V
Kapitel VI
Kapitel VII
Kapitel VIII
Kapitel IX
Kapitel X
Kapitel XI
Kapitel XII
Kapitel XIII
Kapitel XIV
Kapitel XV
Kapitel XVI
Kapitel XVII
Kapitel XVIII
Kapitel XIX
Kapitel XX
Kapitel XXI
Kapitel XXII
Kapitel XXIII
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…  Also, die Beine des Kalbes ragten schon weit aus der Geburtsöffnung heraus, zusammen mit dem Kopf, der haltlos hin und her baumelte, wie ich es von Totgeburten kenne.“

Sanft streicht meine Hand über die borstigen Lippen des gewaltigen Tieres.

„Hörst du mir noch zu?“

Der Dicke sieht mich ruhig an mit seinen großen Augen und versteht kein Wort von dem, was ich ihm da erzähle, wartet aber offenbar, daß ich fortfahre.

„Paß auf, Dicker! Ich will also Mama Büffel betäuben, um sie von ihrem toten Kalb zu befreien, verstehst du? An sich keine große Sache, ein Seil, ein Stock, ein Ruck, fertig. Du verstehst? Mein Blasrohr hatte ich schon zur Hand.“

Der Nilpferdbulle guckt. 

„Ja, du guckst! Aber um diese Kuh standen mehrere ihrer schwarzen Kollegen herum, weißt du, die sie verteidigen wollten. Mit spitzen Hörnern und so, die über einen Meter breit sind und schon manchem Löwen den Schneid abgekauft haben. Wäre die Kuh alleine gewesen, ich hätte keine Probleme mit ihr gehabt. Plötzlich wird es einem Bullen zu ungemütlich, er geht einige Schritte zurück, scharrt mit den schwarzen Hufen, und mit einemmal greift mich dieser Bulle von der Seite an!“

   Nachdem ich nun zehn Minuten gewartet habe, greife ich in das Maul, fasse den abgebrochenen Fremdkörper und rüttle daran. Mein Patient verzieht keine Miene, die Stelle ist betäubt. Entschlossen rücke ich meinen Schemel ein wenig näher an die gewaltige Öffnung heran und fasse die große Zange mit beiden Händen. Ich möchte das Stück Elfenbein schnell da heraus holen, weil ich nicht weiß, wie lange mein bisher so geduldiger Patient noch mitspielt.

Hippo schaut mich verwundert an, beinahe fragend.

„Nein“, antworte ich auf diesen Blick. „Kein Polizist. Ein Bulle, ein Stier! Der greift mich also von der Seite an, verstehst du? Rast auf mich zu, stoppt, läuft wieder los. Und in seinem Gefolge rast auf einmal die halbe riesige Herde mit!“

Fest halte ich das metallene Greifwerkzeug in Händen, setze es an am elfenbeinernen Fragment, drehe kurz hin und her, um es zu lockern, und mit einem Ruck ziehe ich es aus dem Gaumen heraus, in dem es schon wer weiß wie lange steckte. Schnell entferne ich mich etwas von meinem Patienten. Aber der Flußpferdbulle hat nicht einmal gezuckt. Das Stück Zahn in meinen Händen ist über zehn Zentimeter lang, ich halte es ihm vor die Nase. Er guckt. Es grenzt an ein Wunder, daß es nicht seinen Oberkiefer durchdrungen hat, auch das kommt gelegentlich vor. …


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