Kuppeln ist mein Gewerbe
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Kuppeln ist mein Gewerbe
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… Vera hatte Glück, dass sie mich am Telefon erwischte. “Also dieser Michael” plapperte sie “ist ein ganz toller Mann. Das mit ihm, das könnte ich mir schon vorstellen. Dieses Mal bin ich aber vorsichtiger, erst möchte ich noch einen anderen kennen lernen.” Kein Wort von ihr, dass Michael sie verletzt hatte, dass sie vor einer Jüngeren, Michael hat es mir gegenüber oft genug beteuert, dass es wirklich nur das AupairMädchen gewesen war, die Flucht ergriffen hat. 

Auch kein Wort über Joachim und Mäxchen. Oft ruft Vera Susanne an. Aber über mehr als über Mäxchens Genesung wollte Susanne mit ihr nicht reden. Sie sah keinen Sinn darin, die Bekanntschaft zu Vera zu intensivieren.

Vera hatte neue Wünsche. Es musste nicht unbedingt so ein etablierter Typ sein. Ich würde ihr doch bestimmt zustimmen, dass so ein großer Junge, vielleicht auch ein bisschen ausgeflippt, gut zu ihr passen würde. Wollte sie etwa wirklich einen Altrocker, der auf Jung macht, in ihrem Alter war und noch lange nicht discomüde ist? Auch so etwas gehörte zu meinem Repertoire. Ich hoffte, dass sie wusste, auf was sie sich da einlassen würde. 

Der Altrocker, wollen wir ihn weiterhin so nennen, ist eigentlich ein ganz vernünftiger Kerl. Aus erstklassiger Familie, fünf Brüder, zu Hause ein größeres Familienunternehmen mit Platz für alle. In jungen Jahren war der Altrocker ganz normal bis zu dem Tag, als er in den frühen Morgenstunden eines Sonntags mit vier Freunden in einem Taxi verunglückte. Ein Betrunkener fuhr frontal in das Taxi. Der Fahrer hatte keine Chance. Er verstarb noch am Unfallort. Die Freunde auf dem Rücksitz wurden nur leicht verletzt, aber schwer hatte es ihn getroffen. Zwei lange Jahre dauerte es, bis er wieder hergestellt war. Richtig gesund wurde er niemals. Trotzdem merkte man ihm davon kaum etwas an. Er heiratete, baute ein Haus und zeugte einen Sohn. Da die Abfindung der Versicherung recht großzügig ausgefallen war, konnte er von diesem Geld und seiner Rente gut leben. Seine Frau verliebte sich in einen anderen, er überließ ihr Haus und Sohn und beschloss, jetzt sein Leben noch einmal zu genießen. 

Der Altrocker war ein gebildeter und interessanter Mann. Fast zwei Meter groß, im Umgang mit Frauen sehr sanft und in gepflegten Jeans, Lederweste und Stiefeln eine interessante Erscheinung. Dass Heiner inzwischen wasserstoffblond war und ein Zöpfchen trug, konnte ich nicht wissen. 

Er suchte so etwas wie Vera und Vera versicherte mir, sie suche so etwas wie ihn. …
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