Kuppeln ist mein Gewerbe
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Kuppeln ist mein Gewerbe
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…  Also fragte ich die beiden eines Tages wer Joachim Klaus sei, und prompt kam die Gegenfrage: “Susanne, was ist mit Ihnen und Joachim?” Ja, so war es eben, man redete schnell und ein Eisessen sorgte hier schon für Gesprächsstoff. Mein väterlicher Freund sagte nur “Ach, Kindchen, Sie sind noch so jung und dann gleich so etwas Großes. Ich habe mir so gewünscht, dass du für lange Zeit hier bei uns bleiben würdest, den Kindern täte es sicher gut.” Dabei hatte ich mir selber auch gewünscht, noch für lange Zeit dort bleiben zu können. 

Henriette, Heinrich und Joachim Klaus, immer öfter wurde sie von ihnen eingeladen. Aber weshalb lebte Joachim als Junggeselle? Sein Auftreten, seine Art, sein Besitz, alles sprach eigentlich dagegen, dass er noch Junggeselle war. Ihr väterlicher Freund, der Rektor, der einzige, den sie fragen konnte, sprach von einer Anne, Joachims Freundin aus der Jugendzeit. Für alle unfassbar, dass sie nicht zusammen blieben. Die Eltern befreundet, die Wälder und die großen Ackerschläge lagen beieinander und wie in alten Zeiten hätte sich Großes vergrößert. Auch Henriette und Heinrich machten Andeutungen. Joachim sagte dann nur “Ach, Anne.” Susanne musste glauben, man spräche von einer, die seit Jahren tot war. Niemand sagte ihr, dass Anne die Verlobung gelöst hatte und Joachim seitdem verschmäht, verlassen und traurig die Jahre verstreichen ließ. 

Maximilian war schon geboren, als Susanne erfuhr, dass Anne, glücklich verheiratet mit drei Jungen, direkt in der Nachbarschaft lebte.

Joachim war Anfang vierzig, als er Susanne kennen lernte. Die könnte es sein, waren seine Gedanken, denn für ihn lief die Zeit zumal Henriette und Heinrich diesbezüglich schon mahnend den Zeigefinger erhoben hatten. Wäre er als Frau in die heutige Zeit geboren, hätte es sein können, dass er sich entschlossen hätte, ein Kind zu bekommen, ohne mit dem Vater sein Leben zu teilen. Aber Joachim war ein Mann und diese Möglichkeit gab es für ihn leider nicht. Genau wie Vera fing er auch die liebe, zarte Susanne im Wald ein. Susanne konnte nicht ahnen, auf was sie sich da einließ. 

Die Lehrersfamilie gehörte zu den ersten, die erfuhren, dass Susanne schwanger war. “Ach Kindchen” brummelte ihr väterlicher Freund mehr verlegen als erfreut, “der Joachim wird Sie uns keinen Tag länger lassen.” Wie Recht er hatte. Susanne träumte weiter ihren Traum und wollte Mutter sein und Lehrerin bleiben. Sie wurde eine gute Mutter, war eine gute Lehrerin, aber sie hatte nicht das Talent zu einer guten Ehefrau. …
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