A     A     A
…  Dies hatte zur Folge, daß sie ständig mit ihrer Frisur das Wagendach polierte. Ihre etwas barocke Figur war in schwarzes Leder gekleidet und sie trug eine altgoldfarbene Jacke, die zu ihren bernsteinfarbenen Augen sehr gut paßte. „Wie seh i aus?“ Fragte sie aufgeregt. Karena musterte sie von oben bis unten und stieß einen anerkennenden Pfiff aus. Damit schien Gitta zufrieden zu sein. Mit quietschenden Reifen und aufgedrehter Musik fuhr Melinda los, denn alle drei konnten es kaum erwarten, auf der Party einzutreffen.

                *

In Senden (Ort bei Ulm) angekommen, erwartete sie der Schock des Jahrhunderts: die paar Jugendlichen, die sie nach der Griper-Party fragten, antworteten lapidar:  „War die nicht schon gestern?“ Drei ungläubige Gesichter starrten sich gegenseitig an. „Frauga mr liaber no jemand andersch!“ rief Gitta verzweifelt und deutete auf die nächste Ansammlung von jungen Leuten. Diesmal hatten sie Glück und der Weg zu der, tatsächlich an diesem Tag stattfindenden Fete, wurde ihnen beschrieben. Der zweite Schreck stand ihnen bevor, als sie besagten Ort der Festivität erreichten. Dieser war nämlich eine ruinös aussehende Lagerhalle und der Weg zum Eingang führte über einen Berg aus Müll. Über diesem Abfallberg war allerdings sehr eindrucksvoll ein dicker roter Teppich drapiert. Aufgeregt erstiegen Karena, Gitta und Melinda den Müllhaufen und erfuhren zu ihrer Freude, daß die Veranstaltung nur 5 Mark Eintritt kostete und man damit alle Getränke und sogar ein Büfett frei hatte. Als sie die Halle betraten waren sie überrascht über die Dimensionen dieser Einrichtung. Sie war einfach riesig und es wimmelte vor Leuten. Überall waren alle möglichen und unmöglichen Sitzgelegenheiten vorhanden und die drei Mädchen ergatterten einen Platz auf einer überdimensionalen Stufe, der gerade noch frei war. Nachdem Melinda für alle drei Korea geholt hatte und dann im Gewühl verschwunden war, hatten Karena und Gitta erst einmal Zeit sich in Ruhe umzusehen. Da sie schon zwei Konzerte von Griper besucht hatten, erkannten sie ganz in der Nähe den Gitarristen der Band. In das Bild des dunkelblond gelockten, großen Typen versunken murmelte Gitta in Karenas Ohr „Wow, der sieht abr guad aus.“ „Ja, der sieht echt ed übl aus.“ antwortete Karena, nach einer kurzen Begutachtung des Objekts, mit dem ihr eigen gewordenen Argwohn gegen die männliche Bevölkerung dieser Welt. Einige schlechte Erfahrungen mit dem anderen Geschlecht hatten sie die Vorsicht gelehrt, während Gitta, trotz ihrer 24 Jahre, immer noch häufig in teenagermäßigen Träumen schwelgte. …
Diese Seite hat mir gefallen - weiter lesen
...war OK - weiter lesen
...sollte überarbeitet werden - weiter lesen
  ◄ zurück blättern  
Beurteilen Sie den Text bitte fair.
Ihre echte Einschätzung hilft dem Autor seine Texte zu verbessern.
3902 Leser seit 1. Jan. 2026 für diesen Abschnitt

Noch kein Kommentar zu dieser Seite.
Sei der Erste!
Gedankenaustausch: Hinterlasse dem Autor einen Kommentar.

Bitte Sicherheitskode links abtippen.