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…  Bei aller Fantasie hätte sich die Gute wahrscheinlich doch nicht die tatsächlichen Ereignisse auf dem Steinbruch ausmalen können. 

Neue Freunde


Die eben Erwähnten hatten, nach ihrem Tankstelleneinkauf und einem Anruf bei Candies Paul, daß es eher früh als spät werden könne, gerade den Parkplatz des Steinbruchs erreicht. Karena parkte den Wagen. Anscheinend ging es ihr wieder etwas besser, denn unter Gelächter ließ sie den Sektkorken gegen die Autodecke knallen und meinte zu Candi: „Fascht wie bei dir im Garta, gell?“ „Ja, zum Glück abr ohne Dusche!“ entgegnete Candi grinsend. Nachdem sie ein paar Schluck genommen hatten, fiel Karena auf, daß ja die Wiese, auf welcher sie Platz zu nehmen gedachten, noch ziemlich weit weg war. Dies war ein Problem, denn weit laufen konnte und wollte sie nicht mehr, wobei ihr Candi voll und ganz zustimmte. Also mußte man mit Bedacht und Abenteuerlust die Schranke umfahren, welche den Kiesweg zum Steinbruch vom Parkplatz trennte. Unter Gekicher und in Motocross-Laune fuhren die beiden mit durchdrehenden Reifen über die unbefestigten Wege und erreichten schließlich die große „Topfebene“; so genannt, weil sie oh Wunder, „topfeben“ und ziemlich groß war. Karena hielt an, ließ aber den Motor noch laufen. Erwartungsvoll sah sie Candi an. „Sollat mr no a bißle Rallye fahra?“ Mit der Flasche Sekt in der Hand grinste Candi: „Von mir aus.“ Karena ließ den Motor ein paarmal aufheulen und fuhr los. Die Geschwindigkeit kam ihr weitaus höher vor, als sie tatsächlich war, denn: 

Es war Nacht, sie war betüdelt und es gab hier jede Menge Gebüsch, welches an einem vorbeihuschte und damit eine noch schnellere Fahrt vortäuschte.

Plötzlich begann Karena zu bremsen; ihr war siedendheiß eingefallen, daß am Ende der Ebene eine tiefe Schlucht lag, in welche zu stürzen nicht gerade wünschenswert war. „Spring naus!!! Spring naus!!“ Rief sie hysterisch, während sie sich über Candi rüberbeugte und deren Tür aufstieß...“Wir stürzat ab!!“ Als sie sah, daß Candi aus dem Auto verschwunden war, riß auch Karena ihre Tür auf und sprang hinaus – direkt in einen Dornenbusch. Während Karena noch verzweifelt kämpfte, um sich aus den bestachelten Zweigen zu befreien, kam Candi in aller Seelenruhe ums Gebüsch herum geschlendert und half ihr, zu ihrer Überraschung immer noch grinsend und lachend, sich aus dem pieksenden Ding zu befreien. Karena rief wütend: „Des isch gar net witzig! …
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