Kuppeln ist mein Gewerbe
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Kuppeln ist mein Gewerbe
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…  Er gab mir gleich für den Abend einen Termin und als ich hereinkam, zog er mich mit einem großen Hallo gleich in sein Behandlungszimmer. Er versuchte doch tatsächlich mich davon zu überzeugen, dass ein Kind nicht gut für die Eltern und auch nicht gut für das Kind ist. Hat mich aber nicht besonders tangiert, denn immerhin war ich ja schon Mutter. Ich erzählte ihm, dass sein Vorgänger, ein alter Herr, mich schon gewarnt hatte, in meinem Alter noch ein zweites Kind zu bekommen. Diese würden meistens blöd. Wir lachten herzlich, und das war der Anfang einer Freundschaft, die noch heute besteht.

Und so war es auch Piet, der mich schließlich überredete, bei Horst doch einmal eine Ausnahme zu machen, auch wenn ich ihn privat kennen würde. Piet kannte die Situation und bei ihm musste ich nicht rumdrucksen. Aber darüber wollte er mit mir nicht reden. Er freute sich diebisch, dass er mir ins Handwerk gepfuscht hatte. Irgendwie doch durch mich aber irgendwie auch ohne mich, hatte er seine Olga kennen gelernt hat. Ich versprach ihm, mich dafür zu rächen. 
Sein Lachen schallte über den ganzen Marktplatz, als er mich mit Tränen in den Augen und atemlos fragte, ob ich jetzt als Gebärfrau über die Dörfer fahren wolle. Solle ich besser bleiben lassen und lieber mit ihm ein wunderschönes Eis essen gehen. Es tat so gut, einmal nur dummes Zeug zu erzählen. Mit Piet konnte ich herrlich blödeln und lachen. 

Beim Abschied war er wieder der gute Freund von Horst. Ob ich das denn hinkriegen würde. “Sei sicher, kriege ich hin”, konnte ich ihn beruhigen. Er wusste auch von der versprochenen Sahnetorte. Er wollte zum Mitessen kommen, denn er meinte, dass ich die wohl allein kaum schaffen würde. Piet musste im Leben immer nur das Beste mitnehmen.

Ich hörte nichts von Vera. 

Joachim ist einmal bei mir gewesen. Er erzählte über seinen Teich und über Maximilian. Nichts von Vera. Keine Frage nach ihr und auch keine Frage nach einem neuen Partnervorschlag.
Nicht, dass ich Vera hier vergessen hätte. Oft geschieht es über Nacht, dass die Klienten laufen gelernt haben und nicht mehr die tägliche Begleitung brauchen. Vera hatte nach wie vor mit Horst Kontakt, so wurde jedenfalls hier im Büro vermutet. Wir hatten kein Recht zu fragen, und nie forderten wir Rechenschaft. Wir ließen die Klienten manchmal allein, brauchten sie uns, waren wir für sie da. 

Ein warmer, früher Sommertag im Juni. Vera war mit einer Kundin beschäftigt. “Schauen Sie, dieses Traumkleid ist um die Hälfte reduziert, es ist einfach zu klein für die meisten Damen. …
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