Tiefdruckgebiet
Seite 51 von 53

Tiefdruckgebiet
Spannungskurve: Lesen & bewerten
Wertung der anderen Leser:
Leserwertung
Spannungskurve
Anzahl Leser
zu wenig Daten
96 % gelesen
A     A     A
…  Es ist mir egal. Ich drehe mich um, zucke mit der Schulter oder lache pflichtschuldig. In mir regt sich kein Zorn, keine Wut. Ist das normal? Wird sich das ändern? Vielleicht in einem Jahr oder früher? Bin ich vielleicht falsch entwickelt oder gestört?
Fragen über Fragen und keine Antworten. Schmerzlich vermisse ich eine Freundin, eine enge Freundin, eine Seelenverwandte, der man alles anvertrauen kann, die das Wissen eines Lexikons besitzt, den Verstand einer Bibliothek und ein Herz wie ein Bergwerk, tief und weit. Doch da ist niemand. Alleine sitze ich in meinem Zimmer und höre Musik.
Vater ist in den dörflichen Tennisclub eingetreten. Erwartungsvoll schultern wir die Schläger und machen uns auf den Weg. Vielleicht sitzen viele Mitglieder gut gelaunt auf der Terrasse bei Kaffee und Kuchen, so wie wir es vom Niederrhein an warmen Wochenenden kennen?
Die Anlage ist gepflegt und sauber. Die Gittertür öffnet sich leicht. Das Tennisheim steht auf einem Hügel. Ehrfürchtig blicken wir nach oben. Auf der Terrasse ist niemand zu sehen. Das will nichts heißen, raunen wir uns zu und verteilen uns auf dem Platz. Das übliche Geplänkel bei sportlichen Unternehmungen im Familienkreis nimmt seinen Lauf.
Das darf doch nicht wahr sein! Bist Du blind?
Laufen!   Du sitzt nicht auf dem Sofa!
Der Ball war eindeutig aus. Niemals war der noch im Feld!
Nach einer Stunde wollen wir es uns auf der Terrasse gemütlich machen, denn dafür ist ein Verein ja da. Weil draußen niemand zu sehen ist gehen wir ins Heim hinein, aber auch hier ist niemand. Enttäuscht fahren wir nach Hause. Vater meint, die Mitglieder machten bestimmt einen Ausflug. Nächste Woche sei auf der Anlage bestimmt mehr los.
Aber so oft wir kommen, es ist kaum jemand da. Wenn ja, dann spricht  man nicht mit uns sondern verschwindet bei unserem Anblick . Wir sind ratlos.
Zum Jahresende erhalten wir eine Einladung zur Nikolausfeier. In Ermangelung eines akademischen Titels wird mein Vater mit Herr Direktor angesprochen. Wir amüsieren uns beim Abendessen köstlich über diese altmodische Art.
Im Bewusstsein unseres neuen Titels machen wir uns am Nikolaustag alle fein und betreten gespannt das weihnachtlich dekorierte Tennisheim. Alle Tische sind besetzt, nur einer nicht, genau in der Mitte. Wir setzen uns vorsichtig an diesen letzten Tisch. Alle beobachten uns, damit alle was von unserem Auftritt haben.  Am Tisch finden sechs Personen Platz, wir sind nur zu viert. Die Augen finden keine Ablenkung. …
Diese Seite hat mir gefallen - weiter lesen
...war OK - weiter lesen
...sollte überarbeitet werden - weiter lesen
  ◄ zurück blättern  
Beurteilen Sie den Text bitte fair.
Ihre echte Einschätzung hilft dem Autor seine Texte zu verbessern.
1593 Leser seit 1. Jan. 2026 für diesen Abschnitt

Noch kein Kommentar zu dieser Seite.
Sei der Erste!
Gedankenaustausch: Hinterlasse dem Autor einen Kommentar.

Bitte Sicherheitskode links abtippen.