Kuppeln ist mein Gewerbe
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Kuppeln ist mein Gewerbe
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…  Man, muss der eine gute Saison gehabt haben! Bei all diesen Prozeduren unterhielt er sich ganz unbefangen mit mir über neue Rosenspritztechniken und dass der dabei anzulegende Mundschutz auch die Nase abdecken sollte und gab mir Ratschläge für die Igelhaltung im Winter. Für ihn war all das ganz normal, also musste es auch für mich normal sein. Als wir uns das nächste Mal wieder unter normalen Voraussetzungen sahen, wartete ich drauf, dass er grinste. Tat er aber nicht. 

Und diesmal, ich kam rein und wer saß auf dem Platz neben mir? Inge, die HotelInge. Sie winkte und freute sich. Ich ahnte, was kommen würde. Aber Inge hatte Zeit. Zwei Stunden würde ich ihr ausgeliefert sein. Erst erzählte sie so ganz allgemein und gerade in dem Augenblick, als es ganz langsam durch den Wattestreifen begann, meinen Rücken herunter zu tropfen fragte sie “kann es sein, dass ich Samstagvormittag dein Auto vor dem Griechen gesehen habe. Da hat der doch noch geschlossen.” “Ja, hast du richtig gesehen.” Kalt war der Tropfen und Monika kam auch nicht, Monika war Brötchen essen. Ich bemühte mich also in den Aufenthaltsraum und somit in Monikas Obhut. Lieb und nett wickelt sie mich neu ein und gab mir ein Tüchlein mit den Worten “wenn ich aufgegessen habe, bin ich wieder für dich da!” Ach, wie gemütlich kann es doch manchmal auf dem Lande sein. “Freitagabend war ich beim Griechen”, “und wieso hast du dein Auto stehen lassen, war was nicht in Ordnung?” “Nein, nur ein paar Ouzos zuviel.” “Machst du doch sonst nicht, da hat sich dein Mann aber gefreut.” Inge wurde  leicht ungeduldig, “ich war allein da.” Dann erst einmal Pause, sie wurde gewaschen. “Also stimmt das doch, konnte ich gar nicht glauben. Sag, woher kennst du Joachim, ich hab euch sonst noch nie zusammen gesehen.” Jetzt war es raus, was sie wissen wollte. Blieb nur die Wahrheit. `Von Vera`. Ruhig war sie, ich konnte sehen, wie sie überlegte: Wenn sie Joachim durch Vera kannte, konnte es nicht sein, dass Vera Joachim durch sie kennen gelernt hatte. Sie holte tief Luft und bevor sie etwas sagen konnte, platzte es aus mir heraus: “Inge, woher kennst du eigentlich Joachim?” Und damit war ich gerettet. Bis zur Vollendung meiner Verunstaltung kannte ich Inges Kinder, Schul und Jugendzeit, die Zeit aus der sie Joachim kannte.

Nach so einer Sitzung muss ich sofort nach Hause. Bürste und Kamm und mit Brachialgewalt die pappkartonähnliche Schönheit zerstören. …
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