Kuppeln ist mein Gewerbe
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Kuppeln ist mein Gewerbe
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…  Hatte ich aber irgendwie keine Lust mehr zu und so machte ich mich an meine Bügelwäsche. So richtig mit Hingabe und ganz viel Dampf. Zumindest heute Abend blieb mir der blöde Spruch erspart “Ich dachte, du wolltest heute zum Friseur.” Jedes Mal schwor ich mir, ich lass mir ein Zöpfchen wachsen, wie mein Gärtnermeister. Doch wenn ich mir nach drei Tagen wieder so ein bisschen ähnlich sah, war auch meine Welt wieder in Ordnung.
Drei Tage Pause und ich freute mich wieder auf die Arbeit. Alles ganz normal, die nächsten Tage nette Menschen, nette Gespräche, nette Anrufe, niemand mit großen Problemen. Ganz normaler Alltag. Vera und Joachim waren aus meinem Kopf. 

Zum Nikolaus kam ein Jutesäckchen mit Köstlichkeiten aus Marzipan, verziert mit einer großen Rute. Wofür sollte denn bloß die Rute sein?

Die Belegexemplare der überregionalen Zeitungen kamen gemeinsam mit den Anzeigenrechnungen. Über alles, was in den benachbarten Landkreisen geschah, war ich informiert. 

Auch ich hatte eine Einladung zur Eröffnung von `Edles und Kostbares´ erhalten. Aber  Grenzen sind dazu da, um eingehalten zu werden. Hier war meine Grenze. Ich versuchte, meine Arbeit gut zu machen und versuchte nicht, neue Freunde zu gewinnen. Hätte es dazu in meinem Leben überhaupt Platz gegeben? Wollte ich das? Niemals ging ich zu einem Polterabend oder zu einer Hochzeit. Ich freute mich zwar über die Einladung aber ich glaube, dass jeder mein Nichtkommen versteht. 
`Edles und Kostbares` hatte eine gute Presse. Die Eröffnung erregte Aufsehen. Wer hätte auch von Olga van Ohlen und Vera Wegener etwas anderes erwartetet. Es gab keinen `Tag der offenen Tür`. Es gab einen `Abend der offenen Tür`. Um zwanzig Uhr dreißig, alle Geschäfte des kleinen Städtchens an der Aller hatten bereits geschlossen, wurde zum Empfang gebeten. Auf edlem Büttenpapier gingen die persönlichen Einladungen an die Geschäftsleute, Damen und Herren des Rates und der Stadt und niemand von akademischem Stand wurde vergessen. Die Presse und Künstler des Städtchens waren geladen. Am `Abend der offenen Tür` wollte jeder gesehen werden und jeder sehen, wer kam. Es gab Champagner, Orangensaft und kleine, leckere Häppchen. Verkauft werden sollte nichts. Gegen Reservierungen war aber nichts einzuwenden. Es wurde auch nicht versäumt, den Zeitungsleser durch eine entsprechende Anzeige einzuladen. Der Abend war ein Erfolg, ein Mittwochabend, über den noch lange gesprochen wurde. …
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