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…  Zwischen den Teppichen hingen goldgerahmte Spiegel und Lena entdeckte, auf kleinen Tischchen aus Elfenbein, Salben, Bürsten und allerlei, was zur Schönheitspflege nötig ist. Sie und die vier anderen Mädchen traten zögernd ein, doch dann ließen sie sich seufzend auf den einladenden Ruhemöbeln nieder und endlich wurden sie alleingelassen, natürlich erst, nachdem die Türe hinter ihnen abgeschlossen worden war. Fragend und neugierig sahen die Mädchen einander an und endlich konnten sie sich über ihre Schicksale unterhalten. Leider dauerte diese kleine Erholung nicht allzu lang. Schon bald öffnete sich die Tür wieder und zwei dunkelhäutige streng blickende Frauen betraten den Raum. Hinter ihnen erschien Mario aber diesmal nur um ihnen kurz mitzuteilen, daß sie sich von diesen Frauen einzukleiden und schminken zu lassen hätten und zwar ohne Widerrede. Jetzt wurde es also ernst, die „Ware“ wurde zum Verkauf hergerichtet.
                *
Zitternd stand Lena hinter dem dunklen Vorhang. Sie fühlte sich unwohl in diesem Hauch von einem Gewand. Es war wie ein indischer Sari über eine Schulter geworfen und enthüllte mehr, als es verbarg. Ihr Haar hatten sie gewaschen und gekämmt bis es glänzte, nun hing es als besondere Attraktion offen über ihre Schultern herab. Lena war die vorletzte, die aus dem Raum geholt worden war. Anscheinend ging es vor allem der Haarfarbe nach, denn die dunkelhaarigen Mädchen waren alle vor ihr dran; danach kam nur noch ein ganz hellblondes Mädchen an die Reihe. Mario gab ihr einen harten Stoß zwischen die Schulterblätter und sie taumelte durch den zur Seite weichenden Vorhang hinaus. Lena blieb kurz geblendet stehen, bis sich ihre Augen an das helle Licht gewöhnt hatten. Es mußte sich bei diesem Gebäude um eine Art Nachtklub handeln, denn sie stand tatsächlich auf einer halbrunden Bühne, die von bunten Lichtern angestrahlt wurde. Etwa einen Meter unter sich sah sie im Halbdunkel die Interessenten sitzen, die für sie bieten würden. Einen Moment wurden ihr die Knie weich, doch sie überwand die Schwäche und stellte sich aufrecht hin. Alles Jammern und Zähneklappern würde jetzt nichts mehr nützen. Lena mußte das Beste aus ihrer Situation machen und die erste sich bietende Möglichkeit für eine Flucht nutzen. Neugierig erhoben sich einige der Männer, um sie näher betrachten zu können. Sie war überrascht, als sie erkannte, daß es sich um Menschen aus allen möglichen Gesellschaftsschichten zu handeln schien. …
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