Zehn Kurzgeschichten
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Bassena - Freundschaft
Die menschliche Seite
Künstlerkarriere
So gesehen
Ländliche Tracht
Modetiere
Weihnacht springt aus mir heraus
Wendepunkte
Ein Zo - ocktail
Zwei Welten
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… 
Doch nun zeigte sich das Schicksal von seiner allmächtigen und gleichzeitig brutalsten Seite - - - Plötzlich hämmerten die Worte seiner Frau in seinem Kopf : Alle Stadtweiber sind schlecht oder krank - manchmal auch beides. Sein Sohn hatte ihn unlängst ausgelacht, als man ganz allgemein über konservative Verhütung und Liebe im fortgeschrittenen Alter sprach, und der Junge darauf einen amüsierten Kommentar abgab : Geh Papa, du und die Mamma - noch immer - ? Dann mußte er jetzt auch noch an die Perverslinge denken, wie sie im Cafe Orient gerade den Schildkröten bei der Vermehrung zusahen...
Dies alles zusammen verursachte die Schlappe, die nicht einmal die überaus geschickte Suse mit all ihrem Einfühlungsvermögen abzuwenden vermochte.
Als die Zeit nicht und nicht verstreichen wollte, und sämtliche Register von Rafinesse und Willensdressurakten von beiden Seiten bloß als vergebliche Liebesmüh empfunden wurden, entkam es dem Jodl-Bauern ganz urplötzlich : Wo gibt's in der Nähe eine Kostümleihanstalt ? Suse, froh über jeden neuen Impuls in der Unterhaltung, dachte kurz nach und sagte : Zwei Häuserblocks von hier - in einer Seitengasse.
Jetzt brach das Kernige im Charakter des Jodl durch - voriges Jahr hatte es eine gute Weizenernte, und auch der Rinderverkauf hatte ordentlich Gewinn gebracht, sodass er mit einigen überschüssigen Finanzen gesegnet war. Also konnte er jetzt großzügig sein.
Er stand mit einer für dieses Manöver hochdotierten Suse vor dem Spiegel und knöpfte das Gorillafell unter ihrem Kinn zu. Der Verleiher ließ noch sein übliches "Passt ganz ausgezeichnet" hören, dann rauschte der Jodl-Bauer mit der Affen-Suse im Taxi in Richtung Cafe Orient ab.
Er wird es denen schon zeigen, was eine wirkliche Originalität ist. Die ausgeliehenen Hunde und Katzen und die sich paarenden Kröten - das alles wird verblassen neben dem, was sich gleich abspielen wird. Dachte er - und recht hatte er! Sein Einzug mit der sich noch etwas aufreizend bewegenden Äffin Suse - er machte sich gar nicht die Mühe, ihr einen Tiernamen zu geben - gestaltete sich zu einem Auftritt, der im Moment nur die Stadt, später jedoch die gesamte Öffentlichkeit aufhorchen ließ.
Im Nu saßen drei, vier aus dem Nichts gewachsene Reporter neben der Bananen-Frapee schlürfenden Suse. Fragen nach Ferdinand Jodl´s famoser Eingebung, nach seiner Familie, den  Hobbies und den Lieblingsfarben wurden von einem Blitzlicht-Gewitter begleitet, das alle anderen Tierhalter rundum neidisch erblassen ließ. …
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