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... festen Schnürschuhen an den Füßen, ohne Aussicht auf eine Pause, Vater treibt uns beständig voran, und ohne die Länge der Wanderung abschätzen zu können, möchte ich schweigen. Der Ekel vor dem vielen Schweiß und die Wut in meinem Bauch treiben mich die Berge hinauf und wieder hinunter. Immerhin bin ich vierzehn Jahre alt und obwohl nicht sehr eitel, besitze ich doch so etwas wie ein modisches Schamgefühl. In meinem Kleid, verschwitzt, laut schnaufend und mit derbem Schuhwerk an den Füßen ist mir bewusst, dass in diesem Aufzug kein Staat mit mir zu machen ist. Ich hasse meine Eltern für diese Zumutungen.
Eines Morgens nach dem Aufstehen ist Blut in meinem Urin. Ziemlich ratlos wende ich mich an meine Mutter. Von meiner Freundin Betty, die in Erwachsenendingen gut Bescheid weiß, hatte ich schon über diesen Umstand gehört aber ich konnte mir nicht vorstellen dass eine Frau tatsächlich zu bluten anfängt und dachte damals, sie flunkert mich an. Meine Mutter setzt ein stolzes Lächeln auf und meint:
"Na, dann ist es ja soweit. Alle vier Wochen kommt das wieder. Ich freue mich nicht darüber, es ist recht unangenehm, aber das gehört nun mal zum Frausein dazu."
Fertig!
Nach vierzehn Tagen und etlichen Gipfelkreuzen sind wir endlich wieder zu Hause. Die Vorstellung, mein Leben lang in Sichtweite des Alpenmassivs zu wohnen macht mich langsam sehr nachdenklich und ich fange an, den einst verschmähten Niederrhein zu lieben. Ach, wie lieblich klingt sein Singsang in meinem Ohr, und die Fassaden aus rotem Klinker die bisher abweisend, verschlossen und bedrohlich wirkten, strahlen sie nicht Verlässlichkeit und Schutz aus? Wie konnte ich meine Heimat nur so verleugnen. Meine Freunde, die mir oft zu kleinlich und provinziell waren, erscheinen mir als die einzigen Personen die meine Seele retten und meinen Kummer verstehen können. Die große, weite Welt? Ach, geh weg, ich will viel lieber hier bleiben.

Mutter betritt bedrückt das Haus unserer Freunde um mich abzuholen. Ihr gehe es gar nicht gut, versichert sie gleich nach einer kurzen Begrüßung. Aufgeregt gestikulierend erzählt sie, mein Vater und sie hätten sich umgesehen und nach passenden Schulen Ausschau gehalten, sogar den Ministerialbeauftragten hätten sie gesprochen, aber es sei ungeheuer schwierig etwas Passendes für mich zu finden. Meine Sprachenkombination entspräche nicht dem bayerischen Standard. Noch bitterer sei es für meine Schwester. Sie müsse auf die Hauptschule zurück ...
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