Tiefdruckgebiet
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…  Unsere Mütter sind sich einig und so beschließen sie dass wir an besagtem Tag um neun Uhr abends wieder heimatlichen Boden berühren müssen.
Es beginnen die aufregendsten Tage meines Lebens. Warum hat er gerade mich gefragt? Und was ziehe ich an?
Ich glaube es wäre mir völlig einerlei wohin er mich mitnehmen würde. Allein die Tatsache dass er allein mit mir diese Tour machen möchte macht aus mir eine Prinzessin. Ich schwebe und traue mich noch nicht mal Renate einzuweihen. Sie würde sich über mich lustig machen und sagen ich sei verliebt. Das ist mir peinlich. Verliebt? Ist das Kribbeln und Schweben in mir drin das Verliebtsein?  Ich weiß es nicht und es ist erst mal egal.
Die Kleiderfrage gestaltet sich sehr schwierig. Meine Eltern bevorzugen praktische Schulmode. Da gibt es den flanellgrauen Trägerrock, unter dem Blusen und Pullover getragen werden. Dann hängt in meinem Schrank ein rotkarierter  Schottenrock, der letzte war blau, zu dem die dunkelblaue Clubjacke mit englischem Schulemblem, die vorherige war rot, getragen wird. Dazu gibt's, je nach Temperatur, weiße Socken oder Kniestrümpfe und im Winter eine Nylonstrumpfhose. Im Hochsommer näht die Schneiderin ärmellose, schlichte Kleider und einen leichten Faltenrock. Für den Kirchgang oder den Sonntagsausflug besitze ich ein Kostüm. Bei Regenwetter ziehe ich einen Popelinemantel, meistens blau, an. Meine Schwester besitzt dieselben Sachen. Wir sind wie Zwillinge gekleidet.
Aber jetzt will ich sofort Teenager sein, kein braves Mädchen im englischen Look. In der Illustrierten meiner  Mutter habe ich Bilder gesehen von jungen Leuten in bunten Sachen, gestrickt, gehäkelt, wilde Haare, Zigarette   im Mund und mit frivolem Blick. Nun, ich muss es ja nicht gleich übertreiben, aber so ein bisschen davon wäre nicht schlecht. Schließlich finde ich doch etwas in meinem Kleiderschrank und drehe mich versuchsweise damit vor dem Spiegel und bin entmutigt. Nein, ich verstehe überhaupt nicht mehr, was Uwe an mir findet. Pfannkuchengesicht, gewellte Haare in zwei Zopfgummis gezwängt, dazu von undefinierbarer Farbe und ein runder Körperbau, der vor allem am Bauch ausufert. Oh je, was soll ich tun? Wenn er mich mal richtig ansieht, dann bemerkt er sicher sofort, dass ich überhaupt keine Schönheit bin. Ach, wie gerne wäre ich schlanker, mit blonden oder auch kastanienroten Haaren wie Renate sie hat und dazu viel aufgeschlossener, nicht so schüchtern, vor allem den Jungs gegenüber. …
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