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…  Man merkte, daß hier das Geschäft mit dem Tod und dem Leben danach blühte. Bald hatte Tutu eine halbwegs sauber aussehende Pension gefunden. Im Erdgeschoß befand sich ein Gastraum, wo Bier ausgeschenkt wurde und es auch einen Stand mit Gegrilltem gab. Nach oben führten zwei Treppen aus jeder hinteren Ecke des Gebäudes. Der Wirt, ein untersetzter muskulöser Mann mit einem kahlen Kopf, starrte zuerst leicht angewidert doch dann, nachdem er die Schönheit unter der Staubschicht und dem zerlumpten Gewand erblickt hatte, mit wachsendem Interesse auf Nefers schlanke Gestalt. Tutu, dem dies nicht verborgen blieb, schobsie hinter sich und verlangte mit hochmütigem Gesicht und mit ein paar Dheben klimpernd nach einem angemessenen Gemach. „Ich möchte eine abschließbare Türe und höchstens ein kleines Fenster.“ Merkte er noch streng an. Der Wirt nahm die Dheben in Empfang und starrte nachdenklich hinter dem seltsamen Paar her, als es den von ihm angewiesenen Treppenabsatz hochstieg. Ihm war nicht entgangen, daß der kleine Asiat ständig auf der Hut war und keinen Blick von der jungen Frau ließ. Auch die Angst des Mädchens war ihm nicht verborgen geblieben und dass sie gefesselt war – um ein glücklich verliebtes Paar handelte es sich hier sicher nicht.

Entkommen


Mit einem schmierigen Lächeln wischte er sich über den wulstigen Mund. Vielleicht könnte er sich mit der Befreiung dieser jungen hübschen Frau einen Gefallen von ihr erkaufen, oder noch besser: er würde sie irgendwo verstecken, dem Asiaten erzählen, dass sie geflohen sei und sie für sich selbst behalten. Sie würde ihm sicher viel Vergnügen bereiten und wenn er von ihr genug hatte, nun seine Gäste würden sich sicher nicht lumpen lassen. Er zog seinen Schurz glatt, der sich schon beim alleinigen Gedanken an eine solche Gelegenheit über seinem erregten Glied zu wölben begann, und beeilte sich den bereits ungeduldig wartenden Gästen an den Tischen Nachschub an Bier zu bringen.
                *
Tutu hatte Nefer die Fesseln abgenommen und sie mit frischem Brot und gebratenem Geflügel versorgt. Nefer weigerte sich auch gar nicht, das Essen anzunehmen, denn schon in Schmun war ihr klargewesen, daß sie für eine eventuelle Flucht ihre ganzen Kräfte brauchen würde und sie weder Stolz noch Dickkopf in dieser Sache weiterbringen würden. Ängstlich wartete sie, nachdem sie das Mahl beendet und sich die Finger in einer Schale mit duftendem Wasser gereinigt hatten – man mußte es Tutu lassen, wenn es Komfort gab, dann stellte er ihn auch bereit – auf Tutus nächsten Schritte. …
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