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…  Er ist nur voraus gereist, um alles für meinen Empfang und Einzug perfekt zu machen ... und doch...“ Nofretete winkte lächelnd ab. „Anscheinend bin ich schon genauso nervös wie meine Katzen.“ Nefer warf einen Blick auf die große Kabine mittschiffs. Ein komfortabler Käfig stand im Schatten hinter dem Eingang und die Palastkatzen, welche die Königin nicht hatte zurücklassen wollen, beschwerten sich hin und wieder lautstark über die unfreiwillige Reise in Gefangenschaft. Nofretete schien wieder ihren Gedanken nachzuhängen und verfiel in Schweigen. Nachdenklich schwang Nefer die großen Federn hin und her. Sie ließ den Blick wieder über das entfernte Felsmassiv gleiten und plötzlich weiteten sich ihre Augen. Da war eine hellgolden glänzende Lanze, die vor dem Berggrat in den Himmel ragte – und da, da tauchte noch eine auf. Aufgeregt ließ sie den Fächer fallen und rannte an das vergoldete Geländer, welches das Schiff umzog. Gänzlich undamenhaft war Nofretete ebenfalls aufgesprungen und hatte den engen, gefältelten Goldrock gerafft, um schneller die Reling zu erreichen; ihre Armbänder und der Schmuckkragenklirrten bei der schnellen Gangart und ihr Diadem saß ihr schief auf dem lackschwarzen Haar, als sie ihr Ziel erreichte und sich ebenfalls gefährlich weit über das Geländer lehnte.

Die Stadt des Horizonts


Die beiden Frauen beschatteten die Augen mit den Händen gegen die grelle Mittagssonne und jetzt waren die wie goldene Lanzen aussehenden Objekte immer deutlicher zu erkennen. Es handelte sich um Obelisken, deren Spitzen mit Elektrum überzogen waren. Diese Mischung aus Silber und Gold mochte Amenophis besonders gern, da sie ihn an das Licht Atons erinnerte. Immer näher kam die Flotte der Hochebene, auf der Achetaton lag. Da es von der Höhe auf den Nil herabsah, konnte man von den Schiffen aus nur die Dächer einiger Gebäude und natürlich die alles überragenden Obelisken sehen. Vor lauter Freude fiel die Königin Nefer um den Hals und sie konnte erkennen, daß ihr Tränen der Freude in den Augen standen. Die Ruder wurden ausgefahren und das Anlegemanöver begann unter den lauten Kommandos der jeweiligen Kapitäne. Als die Schiffe nacheinander anlegten, war die Arbeit zu erkennen, die hier schon geleistet worden war. Es gab einen breiten, gemauerten Kai mit kleineren und größeren Anlegestellen. Riesige, hölzerne Hebekräne erinnerten daran, daß die glänzenden Obelisken in Schwerstarbeit herbeigeschafft hatten werden müssen. …
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