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…  Kurz blickte sie zu Antef auf und murmelte eine leises „Gute Nacht.“ Er lächelte nur liebevoll auf sie herunter und, auch wenn sie noch sehr unerfahren war, ließ der Blick in seinen Augen sie doch vor Wonne erschauern. Hastig schloß sie sich Anchesenpaaton an und sie zogen sich durch einen Hintereingang in ihre Gemächer zurück. In dieser Nacht schliefNefer tief und fest und wurde von angenehmen Träumen heimgesucht, in denen immer wieder ein schönes Gesicht mit ernsten Augen und einem zu zynischem Mund auftauchte. Antef und Nefer war allerdings nur eine kurze Zeit für ihre knospende Liebe vergönnt, denn bald nach dem Fest wurde der junge Arzt von Pharao zuerst nach Theben und dann in weiter entfernte Städte geschickt, um nach neuen Methoden und Arzneien zu suchen, die ihn von der Krankheit der Götter heilen, oder sie zumindest lindern könnten.

Die kämpferische Teje


Die Jahre vergingen in Achetaton als ob es Tage wären und die Tage wie Jahre. Irgendwie schien die Stadt zeitlos zu sein. Auch die immer stärker werdenden Unruhen, vor denen Haremhab häufig warnte, gingen hier spurlos vorüber. Haremhab war immer wieder für längere Zeit nach Theben gereist, um die politische Situation zu beobachten, oder er hatte an den Landesgrenzen kleinere feindliche Einfälle mit seinem Heer zurückgeschlagen. Vor allem Schuppiluliuma, der hethitische König machte ihm Sorgen, immer wieder griff er die Grenzen des mitannischen Reiches an, versuchte aber, nicht so weit vorzudringen, daß Ägypten sich einmischten mußte. Auch Aziru, ein syrischer Fürst riß immer mehr Städte an sich, hielt sich aber auch vorerst an die Regel, Ägypten nicht in die Quere zu kommen. Sie betrachteten aus sicherer Distanz, wie die Grundfesten des Reiches unter einem kranken Pharao zu bröckeln begannen und warteten wie Aasgeier darauf, sich auf ein waidwundes wehrloses Opfer zu stürzen. Solange jedoch der Pharao lebte und vom starken Heerführer Haremhab beschützt wurde, blieb es bei kleineren Grenzscharmützeln. Es war das vierzehnte Regierungsjahr Echnatons angebrochen und seit sich die Anfälle der Krankheit der Götter bei Pharao immer häufiger gezeigt hatten, schien er manchmal sehr geistesabwesend zu sein und kümmerte sich immer weniger um seine Regierungsgeschäfte. Mehr und mehr zog er sich in seinen Glauben zurück und verbrachte Stunde um Stunde allein in den Palastgärten um Hymnen an Aton zu verfassen. Selbst seine einst so geliebte Gemahlin vernachlässigte er zusehends. …
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