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…  Nicht nur die Feinde außerhalb des Landes, auch die abgesetzten Priester in und um Theben, die natürlich nach negativen Neuigkeiten lechzten, hörten davon und sahen langsam ihre Zeit gekommen verstärkt zu agieren. Allen Warnungen Haremhabs zum Trotz weigerte sich Echnaton die Grenzscharmützel oder die inländischen Intrigen ernst zu nehmen undregierte weiter friedlich und ohne Gewalt in seiner heiligen Stadt, ohne sich groß um die Politik zu kümmern. Er empfing wohl Abgesandte aus den entfernten Grenzgarnisonen, doch nahm er deren Bitten um Schutz und Verstärkung der Besatzung nicht ernst. Briefe seiner Festungskommandeure blieben oft ungeöffnet liegen oder wurden verlegt, was manchen Leuten gar nicht unpassend erschien. Speziell von Eye und Tutu wurde Echnaton regelrecht vom Rest der Welt abgeschirmt, so daß man den Eindruck haben konnte, es läge gar nicht in ihrem Interesse, wenn Pharao aus seiner Weltabgeschiedenheit zurückkehren würde. Haremhab wußte sich nicht mehr anders zu helfen und sandte, als sozusagen letzte Hoffnung, eine Nachricht an Teje, die energische kämpferische Mutter des Pharao. Vielleicht würden ihre Intelligenz und Vernunft bis zu einem gewissen Grad auch den Pharao beeinflussen.
                *
Prompt erhielt Echnaton die Ankündigung des erlauchten Besuchs seiner Mutter. Nefer hielt sich zu dieser Zeit, wie meistens, im Gemach der Königin auf. Sie salbte gerade deren Körper, gemeinsam mit der Amme Tiji, mit duftenden Ölen ein, als im üblichen ungestümen Stil der Pharao in den Raum stürmte. Er zeigte auch keinerlei Verlegenheit, als er seine schöne Frau in ihrer nackten Pracht da stehen sah, sondern begann unverzüglich in seiner hastigen Art zu reden: „Meine Mutter kommt, sie macht sich in den nächsten Tagen auf den Weg hierher.“ Nefer konnte nicht erkennen, ob er erfreut oder nur aufgeregt war. Bei Nofretete verhielt es sich anders: Nachdem sich ihre Überraschung über den Besuch ihres Gemahls gelegt hatte – schließlich hatte er sie in letzter Zeit selten aufgesucht – zog sie, was sehr selten vorkam, konsterniert die Augenbrauen hoch und es war ziemlich klar, daß sie über diesen überraschenden Besuch der Schwiegermutter nicht erfreut war. Sie schien eine Weile zu überlegen und meinte dann diplomatisch: „Wir sollten ihr in aller Eile einen eigenen Palast einrichten; sie wird sich sicher nicht mit ihrem ganzen Gefolge und all den Leuten in unserem herumdrängen wollen. …
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