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…  Er beeilte sich, das Stadttor zu erreichen und fragte die Wächter, wie lange es noch geöffnet bleiben würde. Zufrieden mit der Antwort ließ er einen Kupferdheben in die Hand eines jedenPosten gleiten und fragte gleich weiter nach einer zerlumpten jungen Frau, die einige Zeit vor ihm das Tor passiert haben mußte. Auch mit dieser Antwort schien er zufrieden zu sein, denn er ging mit dem Ausdruck eines Jagdhundes, der die Witterung des Wildes aufgenommen hat, den breiten Pfad entlang, der zu den Gräbern führte.

Der Hartnäckige gewinnt


Haremhab war unerbittlich der Fährte Tutus gefolgt. Einmal hätten er und seine Männer beinahe die Spur verloren, als ein zum Glück schwächerer Sandsturm über die Wüste gefegt war. Doch wie immer blieb ihm sein Glück treu und nach einer intensiven Suchaktion, bei der sich die Männer wieder gefächert bewegt hatten, hatten sie den noch mäßig frischen Dunghaufen eines Kameles gefunden. Da dieser etwas vom Karawanenweg entfernt lag, mußte Haremhab nur kurz überlegen, um zu dem Schluß zu gelangen, daß Tutu nun seine Reise doch noch auf dem Nil fortzusetzen gedachte. In Schmun tauschten sie die „geliehenen“ Kamele gegen eine Passage auf einem Schiff ein und ließen sich in Memphis an Land setzen.

Beinahe verloren


Nefer begann zu frieren. Die kalte Wüstennacht würde nicht mehr lange auf sich warten lassen. Die letzten glutroten Strahlen der Sonnenscheibe strichen über den westlichen Horizont und hinterließen dort ein rotgoldenes Mosaik aus Himmel, Licht und Wolken. Nefer schlang die Arme um die angezogenen Knie und starrte nach draußen. Plötzlich wurde ihre Luke von einem Schatten verdunkelt und noch ehe sie reagieren konnte, hatte eine Hand ins Innere gegriffen und sie beim Oberarm gepackt. Mit einer Lawine aus Sand und Steinen landete Tutu böse lachend im Inneren des Totenhauses und zog Nefer im Fallen auf sich. In einer Wolke aus Staub kamen sie zum Liegen. Nefer saß mit entsetzt aufgerissenen Augen auf Tutus Bauch, der immer noch ihren Arm umklammert hielt. „So sieht man sich wieder, meine Schöne!“ Seine Zähne blitzten im Abendlicht, das sich nun eine breite Bahn ins Innere des Grabes gebrochen hatte. Nefer riß sich los, sprang auf und hastete in die einzige Richtung, die ihr nicht verwehrt war, in die Kammer mit den Sarkophagen. Völlig ohne Eile erhob sich Tutu aus dem Sand und klopfte seine Kleider ab, dann folgte er Nefer in aller Ruhe in den hinteren Raum. Er mußte sich nicht beeilten, er war sich seiner Beute sicher. …
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