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…  Jedenfalls schien Micki recht problembeladen zu sein, denn er ließ sich häuslich nieder und machte keine Anstalten den Platz irgendwann wie-der zu räumen. Während Gitta sich lebhaft unterhielt, beschlossen Karena und Candi mal die Toilette aufzusu-chen. Diese Hütte besaß tatsächlich eine relativ komfor-table Einrichtung, die – sogar mit Wasserspülung und Waschbecken versehen – keine Ähnlichkeit mit anderen Vorrichtungen dieser Art in Party-Hütten hatte. Aller-dings hatte sich vor diesem Häuschen schon eine be-trächtliche Menge von Gestalten beiderlei Geschlechts angesammelt, die nervös von einem Fuß auf den ande-ren traten und anscheinend schon länger warteten. Nachdem noch mal einige Minuten vergangen waren, faßte sich Candi ein Herz (sie war meistens die, die sich nicht ins Hemd machte) und klopfte laut und deutlich mehrfach gegen die Häuschentüre. „He, hier wollat au maul andre Leut d Pipi-Box benutza! Was geht denn dau ab?“ Es herrschte kurzes, gespanntes Schweigen sowohl in wie auch vor dem „Häusle“, dann ertönte von innen laut und deutlich Melindas Stimme: „I brauch abr no a Weile,“ und im Hintergrund hörte man eine leisere, männliche Stimme: „I au.“ Sämtliche Wartenden sahen sich vieldeutig grinsend an und beschlossen, ihren Ge-schäften irgendwo im großen Wald nachzugehen. Auch Karena und Gitta suchten gezwungenermaßen eine na-hegelegene Tannenschonung auf.

                *

Später am Abend hatten sich dann schon die meisten der Gäste verzogen und es wurde empfindlich kühl. Der Rest der Gesellschaft zog sich in die Hütte zurück und man entzündete in dem alten Bollerofen ein gemütliches Feu-er. Gitta unterhielt sich immer noch mit Micki, Karena hatte sich eng an Klaus gekuschelt und Candi hatte alle Hände voll zu tun um Rolli von seinem Motorhaubentrip abzubringen. Es wäre sehr schön gewesen, wenn nicht noch zwei lästige Trunkenbolde von der Party übrigge-blieben wären, welche ständig die Mädchen nervten und allen auf den Geist gingen. Karena warf Candi einen viel-sagenden Blick zu und meinte mit einem Grinsen zu Klaus: „Des hammr glei.“ Sie verschwand kurz vor die Hütte und kehrte mit zwei riesigen, groben Reisigbesen zurück, die draußen für die Endreinigung bereitstanden und die sie vorher schon entdeckt hatte. Einen behielt sie und einen drückte sie Candi in die Hände. Mit diesen Mordinstrumenten bewaffnet begannen die beiden Mäd-chen nun, nachdem sie Micki, Klaus, Rolli und Gitta kurz zu ihrer eigenen Sicherheit hinausgeschickt hatten, so gewalttätig zu fegen, daß innerhalb kürzester Zeit die beiden Säufergestalten dermaßen in eine Staub- und Dreckwolke gehüllt waren, daß sie hustend und würgend fluchtartig die Hütte verließen – und sie „kehrten“ nie wieder. …
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