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… “ Candi brüllte vor Lachen und vervollständigte die Erklärung: „Des sind nämlich Schaschlikstäbla!!“  Nachdem sie noch einen ungläubigen Blick auf die Stäbchen geworfen hatte, meinte Karena lakonisch: „Heidenei (schwäb. Fluch)! Blond, blöd ond jetzt au no blind!“ und fiel auch in das Lachen der anderen mit ein. Für einen kurzen Augenblick war ihr Kummer vergessen. 

Das „Aaraweih“


Karena mußte aufpassen, damit sich das viele Ausgehen nicht auf die Arbeit auswirkte. Bis jetzt hatte sie es allerdings im Griff. Unter der Woche ging sie dann eben nicht bis Sendeschluß weg sondern schaute, daß sie vor 1 Uhr daheim war. Zuhause sitzen konnte sie einfach nicht; das hätte unweigerlich zur Folge gehabt, daß sie nachzudenken begann. Eben dies wollte sie aber um jeden Preis vermeiden. Sie wollte nicht in sich hinein horchen, wo nur noch ein halbes Herz schlug. Die andere Hälfte schien hartnäckig, trotz allen Widerstandes ihrerseits, an Klaus zu kleben. Ihre Arbeitskollegen auf dem Büro hatten wohl bemerkt, daß Karena stiller war als sonst, wollten sie aber nicht mit indiskreten Fragen löchern. Sie waren auch alle einiges älter als Karena und man hatte untereinander zwar ein gutes, aber eben rein aufs Geschäft beschränktes Verhältnis. Eines morgens, Karena stand gerade im Aufenthaltsraum und machte den Kaffee für den Chef, Herrn Müller, fiel ihr auf, daß sie den falschen Pullover angezogen hatte. Das konnte ihr auch nur passieren, weil sich zur Zeit doch manchmal ihre Gedanken, gegen ihren Willen, am falschen Ort befanden – z.B. Gerstetten?...Dieser Pullover war ganz neu und er war aus roter Angora-Wolle. Karena hatte ihn vor dem Tragen in einem speziellen Mittel waschen wollen, damit er nicht so fusselte, hatte aber heute morgen einfach nach dem nächstbesten Oberteil gegriffen und es ohne nachzudenken angezogen. Na ja, so schlimm war es ja nun auch wieder nicht – dachte Karena. Sie saß schon lange wieder auf ihrem Platz und tippte auf der Schreibmaschine, als ihr auffiel, daß der Chef abwechselnd sie und seine Kaffeetasse ganz seltsam musterte. Während er mit gerunzelter Stirn umrührte fragte er Karena: „Fräulein Ebert, haben sie einen neuen Pullover an?“ Karena hatte das unbestimmte Gefühl einer auf sie zusteuernden Katastrophe. „Ja, Herr Müller, wieso?“ fragte sie vorsichtig. Er rührte weiter in seiner Tasse und antwortete: „Weil lauter rote Fusseln in meinem Kaffee schwimmen.“ Karena wechselte die Farbe Richtung Feuermelder und während ihre Kollegen heimlich, der eine hinter seinem Bildschirm, der andere hinter vorgehaltenen Unterlagen, sich Einen abgrinsten, suchte Karena krampfhaft nach einer guten Erklärung oder Entschuldigung. …
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