... für den Stadthalter wurde dem Befehlshaber übergeben. Sunu würde die Reise nachts antreten, damit niemand auf sie aufmerksam würde. Tuja würde bereits an Bord des Schiffes sein, dafür hatte Hui Sorge zu tragen.

Der gebrochene Bann



Die ersten Strahlen des Re strichen sanft über die rötlichen Felsen und den Papyrusschilf am Ufer des Nils. Sie schafften es noch nicht die Nacht völlig zu vertreiben, nur einen goldenen Rand zeichneten sie um alles, was den Fluß säumte und eine rotgoldene schimmernde Spur auf dem Wasser schien von Theben wegzuführen. Sunu stand am Heck des prächtigen kleinen Schiffes, dessen goldene Reling den Schimmer des ersten Morgenlichts zurückwarf. Das rote, mit einem bunten Horusauge bemalte Segel blähte sich in einer leichten Brise. Mit brennenden Augen sah der Befehlshaber die Stadt der hundert Tore hinter der Flussbiegung verschwinden. An der Anlegestelle hatten sich alle von ihm verabschiedet, außer der Königin, die dies ja schon vorher getan hatte. Eine unterschwellige Trauer hatte unter den Männern geherrscht und Geb, Hui und Senmut waren noch lange am Pier gestanden und hatten dem verschwindenden Schiff nachgesehen. Wie an seine Pflicht gemahnende Finger stachen die mit Elektrum überzogenen Spitzen der Obelisken in den sich violett färbenden Himmel und Sunu versuchte die besorgten Gedanken zu unterdrücken, die ihn überkamen, wenn er an seine Herrin dachte. Auch wenn sie Kemet einen Thronerben schenken würde, was ja nicht sicher war, es konnte ja ebenso gut ein Mädchen werden, würde sie sicher nie mehr so mächtig und glücklich sein, wie in den Tagen, als er sie zum ersten Mal sah. Er nahm den Blick von den im Dämmerlicht verschwindenden Toren und Türmen Thebens und ließ ihn auf die Gestalt neben sich sinken. Auf eine bequeme Liege gebettet lag die durchscheinend blasse stark abgemagerte Dame Tuja. Sanft nahm Sunu die schmale kühle Hand, die auf der Decke aus Leopardenfell ruhte, welche sie vor der kühlen Morgenbrise schützte, in die seine. Unter einem Baldachin in der Mitte des Schiffes saßen Tunip und Nefer. Mitfühlend beobachteten sie den Befehlshaber, der einem ungewissen Schicksal entgegenfuhr, mit seiner wie in ewigem Schlaf versunkenen Geliebten. Der Kapitän und die wenigen Schiffsleute waren nahezu unsichtbar, spürten doch auch sie die schwermütige Atmosphäre dieser Reise. Sunu wollte eben die Hand Tujas loslassen um sich wieder an die Reling zu lehnen, als er zögerte. Ungläubig schaute er auf das blasse  ...
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