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… noch nicht aus ihrer Ohnmacht erwacht. Ihre Dienerin Nefer schaffte es zwar, sie mit Honigmilch und zu Mus gedrückten Früchten am Leben zu erhalten, es gab aber kein Zeichen, dass Tuja irgendetwas um sich herum bewusst wahrnahm. Hatschepsut nickte nur zu den Worten des Befehlshabers. Sie war blasser als sonst und es gingen Gerüchte, dass sie schwanger sei. Sie vernachlässigte die Regierungsgeschäfte und immer öfter kümmerten sich Thutmosis und sein „Schatten“ Hapuseneb darum. Senmut war still und in sich gekehrt, man sah ihn und die Königin nur noch selten zusammen. Sunu machte sich alle paar Tage mit stillem Einverständnis seiner Herrin auf den Weg in die Stadt. Manchmal dachte er, während er sich immer wieder nach Verfolgern umblickend durch die Gassen Thebens ging, Hatschepsut hätte vergessen sich um das Schicksal Tujas zu kümmern. Traurig kehrte er jedes Mal von seinen Besuchen in der Schenke zurück. Es gab keine Veränderung. An einem ausnahmsweis milden Tag, der Kamsin verschonte Theben mit seiner sandigen Trockenheit, stürmte Tunip ins Badezimmer. Sunu wusch sich eben den Sand vom Körper. Er hatte in aller Frühe einen Ausflug mit Pferd und Kampfwagen in die Wüste unternommen, um sich von seinen düsteren Gedanken abzulenken. „Herr! Du sollst in die Gemächer der Königin kommen – in ihre.“ Betonte der Jüngling. „Nicht in die königlichen.“ Sunu stieg aus der Wanne und beeilte sich, seine Gewänder anzulegen. Sein Gefühl sagte ihm, dass sein Leben heute wieder eine Wendung nehmen würde und er legte sorgfältig seine Amts-Armspange und den Brustschmuck mit dem Horusauge an. Wenig später eilte er durch die prächtigen Gänge des Palastes zu den Räumen seiner Herrin. Die Wachposten vor der Doppeltüre ließen ihn sofort durch und schlossen die dicken Türflügel leise hinter ihm. Ein warmes Gefühl durchströmte kurz Sunus Brust, als er die göttliche Gemahlin vor ihrem Spiegel sitzen und sich die glänzenden Haare kämmen sah. So hatte er sie oft gesehen, in Tagen als die Welt noch in Ordnung war. Geb und Hui standen links und rechts der Türe, um ungebetene Eindringlinge abzuwehren, die es wagten den Raum zu betreten. Senmut stand neben dem Frisiertisch und seine Augen ruhten ruhig auf dem Gesicht seiner Herrin. „Ah, Befehlshaber!“ Mit einem Lächeln, das nicht ihre Augen erreichte drehte sie sich zu ihm um, den goldenen Kamm sinken lassend. Sunu verneigte sich tief, mit ausgestreckten Armen.  …
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