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…  Hier waren sicherlich einige Wachsoldaten und Diener bestochen worden. Sunu konnte sich allerdings nicht vorstellen, dass einer der beiden hochrangigen Adligen sich selbst zu einem Angriff auf einen Bediensteten herablassen würde. Er musste sich also unter den treuen Untergebenen der beiden umsehen. Auch durfte er Thutmosis nicht von jedem Verdacht freisprechen. Auf jeden Fall war klar, dass der Anschlag auf Tunip mit dem auf Hatschepsuts Dienerin in Zusammenhang stand. Sunu wandte sich an den Schreiber der, trotz des Lobes über Sunus Lachanfall verstimmt, mit vor der Brust verschränkten Armen und verkniffenem Gesicht vor ihm stand. „Tunip, hat dich jemand beobachtet, als du Gaza in den Garten gefolgt bist, oder später bei deiner Lauschaktion?“ Tunip überlegte und schüttelte dann verneinend den Kopf. „Nein, nicht dass ich wüsste.“ „Es muß dich jemand bemerkt haben. Gaza ist nicht zu unterschätzen. Vielleicht hat er gemerkt, dass du nach ihm den Festsaal wieder betreten hast und seine eigenen Schlüsse gezogen. Nun, momentan werden wir das nicht herausfinden und ich habe meinen Schlaf bitter nötig. Legen wir uns hin und verschieben den Rest auf morgen.“ Gähnend begann Sunu sich auszukleiden.

Wo Die Liebe hinfällt


Früh am nächsten Morgen erwachte der Leutnant. Die Sonne warf vorsichtig die ersten Strahlen durch die Fenster und füllte den Raum mit einem verschwommenen blaßgoldenen Licht. Sunu erhob sich und schlich an Tunips Bett vorbei, der sich noch nicht rührte. Aus dem Fenster blickend sah er durch die Bäume ein Stück eines der vielen Teiche des Parks schimmern. Eine unbändige Lust sich in das kühle klare Wasser gleiten zu lassen überkam den Leutnant und er beeilte sich, sich kurz frisch zu machen. Er streifte lediglich einen weißen kurzen Schurz über, legte seinen Waffengürtel mit dem Dolch an und begab sich barfuß auf den Flur. Kaum jemand begegnete ihm zu dieser frühen Stunde. Nur ein paar wenige Diener waren schon unterwegs, um Frühstück oder Badewasser für ihre Herrschaft zu besorgen. Wenig später betrat Sunu durch eines der vielen Tore den Garten. Er schlenderte, die frische Morgenluft und die blühende Natur genießend, über die Pfade und hatte bald einen Teich erreicht, der überschattet von hängenden Weiden einen äußerst einladenden Eindruck machte. Ein schmales, gebogenes, hölzernes Brückchen überspannte ihn und Sunu setzte seinen Fuß auf die von der Morgensonne bereits angewärmten Bretter. …
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