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… Größe. Auch er war stark geschminkt und unzählige Ketten und Armreife zierten Hals und Arme. Sein bleibendes Lächeln ließ ihn jung und hübsch erscheinen. Vor den Palasttoren bestiegen sie die goldene Sänfte und wurden zum Opferritual in den ersten Vorhof des Tempels von Karnak getragen, wie immer gefolgt von unzähligen Höflingen, Soldaten und Beamten. In den Straßen drängte sich bereits das Volk, um seine Götter zu sehen. Wimpel hingen über den Straßen, an Schnüren von Haus zu Haus gespannt, und laute Jubelrufe ertönten allseits. Das Fest der Ernte war auch für die Menschen in den Straßen etwas besonderes, denn zu Ehren des Min wurde Fleisch verteilt und zwar nicht Geflügel, was das normale Volk ja öfters verzehrte, sondern Rindfleisch und das von erlegten Nilpferden oder Antilopen. Die Adligen gaben von ihrer Jagdbeute einen großen Teil ab und in den vielen Brätereien auf den Märkten wurde es zubereitet und kostenlos ausgegeben. Den ganzen langen Tag wurde gegessen, getrunken und gefeiert. Deshalb warteten alle, ob Edler oder Fellache, ungeduldig auf das Ende der rituellen Opferung für Min, damit man mit dem unkonventionellen Teil des Festes beginnen konnte. Sobald also das königliche Paar das Getreide, die Früchte und die Blumen zu Füßen der in den Hof getragenen goldenen Statue des Gottes abgelegt und die Priester ihre frommen Sprüche heruntergeleiert hatten, der Weihrauch gegen Himmel verraucht war, hatten es alle plötzlich sehr eilig. Nur die göttliche Gemahlin warf der Götterstatue einen missvergnügten Blick zu, den sie jedoch schnell verbarg, indem sie die Lider senkte. Der Gott Min war als aufrecht stehender Mann mit zwei Federn auf dem Haupt dargestellt. Das war es aber nicht, was Hatschepsut innerlich zusammenzucken ließ, sondern der riesige hoch aufgerichtete Phallus, Symbol der Fruchtbarkeit. Erinnerte sie dieses Zeichen männlicher Erregung doch daran, dass auch ihre Frist ablief. Bald würde sie sich ihrem Halbbruder hingeben müssen. Konnte sie ihn auch durch Anspielungen auf das Wissen der Dame Tuja in manchen politischen Entscheidungen zur Zurückhaltung drängen, so war ihr doch bewußt geworden, mit welcher Dringlichkeit er auf die Erfüllung ihrer ehelichen Pflichten ihm gegenüber bestand. Natürlich waren ihr auch die begehrlichen Blicke nicht entgangen, die Thutmosis ihr immer öfter zuwarf. Und schließlich und endlich konnte sie sich ihrer Pflicht, Kemet einen Thronfolger zu  …
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