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…  „Was ist passiert?“ Er blickte fragend von Nefer zu Tunip. Als er die geröteten Augen der Dienerin sah und die Tränenflut, die immer noch über ihre Wangen floß, ahnte er Schlimmes. Da das Mädchen vor Schreck sprachlos zu sein schien, schaute er streng seinen Schreiber an: „Nun redet schon endlich, was ist denn los?“ Tunip schluckte und sagte dann zögernd: „Herr, sie ist tot.“ Sunus Mine schien zu versteinern. Ohne zu fragen wusste er, wen der Schreiber meinte. Mit starrem Blick sah Sunu zu Boden, dann begann er zu laufen. Tunip winkte Nefer zu sich und flüsterte mit ihr. Als sie nicht sofort reagierte rüttelte er sie grob, dann folgte er eilig seinem Herrn. Die junge Dienerin hastete wie erwachend davon in Richtung der Gemächer des Pharao. Sie wusste noch nicht, wie sie es anstellen sollte, aber irgendwie musste sie der göttlichen Gemahlin Bescheid geben. Zu ihrem Glück lief sie kurz vor Erreichen ihres Ziels Geb und Hui in die Arme die, ihrer Aufgabe für heute enthoben, gelangweilt auf dem Boden des Ganges zu den königlichen Gemächern saßen und würfelten. Als sie die aufgelöste Dienerin auf sich zustürzen sahen, sprangen sie auf und Hui hielt sie sanft an den Schultern fest, als sie niederzusinken drohte. Wenig später wussten die Leibwächter der Königin Bescheid und versprachen der jungen Nefer, dass sie für alles Weitere Sorge tragen würden.
                *
Sunu erreichte die Gemächer der Dame Tuja, welche nicht weit entfernt der momentan verwaisten Räume der Königin lagen, gleichzeitig mit Hapuseneb und zwei seiner jungen Priester. Die Flügeltüre stand weit offen. Eine verwirrte Wache stand daneben, welche auf die Frage Sunus, was denn genau geschehen sei, nur hilflos mit den Schultern zuckte und antwortete: „Es ging niemand hinein und es kam niemand heraus. Sie muß einfach so gestorben sein.“ Sunu schob ihn grob zur Seite und betrat das Zimmer, die Priester im Schlepptau. Im ersten Moment nahm er nichts Ungewöhnliches wahr. Dann sah er einen nackten Fuß hinter dem Bett hervorragen. Sofort durchquerte er den Raum und entdeckte eine Gestalt zwischen dem Frisiertisch und dem Bett liegen, einen umgestürzten Stuhl neben sich. Für einen winzigen Augenblick lähmte ihn das Entsetzen, als er mit Sicherheit erkannte, um wen es sich bei der Niedergesunkenen handelte. Schnell schüttelte er die Beklemmung ab. Behutsam ließ er sich auf dem Boden neben Tuja nieder. Sie lag auf dem Rücken und er konnte im Licht zweier Lampen und der ersten durch die schmalen Fenster fallenden Sonnenstrahlen gut erkennen, dass sie geisterhaft blaß war. …
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