... Posten aus konnte sie durch die Eingangspylonen den sich dahinter erhebenden kleineren Säulentempel der Hathor erkennen. Er befand sich innerhalb der Mauern, die den um einiges größeren Amun-Tempel umgaben und die Königin wusste, dass sie diesen – der Vormachtstellung des Gottes gemäß – vor dem der Hathor besuchen musste. Auch hatten die Amun-Priester darauf bestanden, dass Hatschepsut das allmorgendliche göttliche Reinigungsritual übernahm, das in Abwesenheit des Pharao sonst stellvertretend der Oberpriester abhielt. In manchen Dingen hatte sich die willensstarke junge Königin schon der Priesterschaft widersetzt, doch an gewissen althergebrachten Traditionen musste sie um des lieben Friedens willen festhalten. Die Priester waren sowieso schon nicht besonders gut auf den weiblichen Pharao zu sprechen, da sie – festgefahren im altem Glauben – einen männlichen Pharao auf den Thron sehen wollten. Die Thronsänfte der Königin wurde vor den Toren des Amuntempels abgesetzt, während die Sänften des Hofstaates weitergetragen wurden ins höhergelegene Regierungsviertel der Stadt. Dort standen die größeren bequem und vornehm ausgestatteten Villen der hohen Beamten, wo komfortable Gemächer für die Gäste bereitstanden.
                *
Sunu musste nun seine Leute aufteilen. Ein Teil begleitete den Adel und ein Teil blieb, auf die Königin wartend, vor dem Tempel zurück. Das Betreten von gewissen Tempelbezirken war erlaubt, aber die innersten Räume und das Allerheiligste, welches das Abbild des Gottes enthielt, durfte nur der Pharao oder dessen Stellvertreter betreten. So warteten die Medjay geduldig in den äußeren Tempelbezirken, den Schatten der breiten Säulen und Mauern nutzend, da die frühe Sonne bereits heiß herniederbrannte.

Eine ungewollte Ehre



Inzwischen hing die gleißende Scheibe des Sonnengottes Re am strahlend blauen Himmel über der Stadt und in der glühenden Mittagshitze hatten sich die Menschen - ob vornehmer Adel oder schlichter Arbeiter - in den Schatten ihrer Häuser zurückgezogen. Sunu wartete auf einer in die Wand eingelassenen Marmorbank in der kühlen säulenbestandenen Vorhalle zum Arbeitszimmer des Stadthalters und Hauptmanns von Jebu. Erleichtert hatte er vor geraumer Zeit die Königin nebst tragbarem Thron, Trägersklaven und Wächtern dem vor seiner Villa schwitzend wartenden Stadtoberhaupt Nakht übergeben. Nun musste er, nachdem Hatschepsut samt Hofstaat und Dienerschaft zu aller Zufriedenheit untergebracht war,  ...
  ◄ zurück blättern  
Beurteilen Sie den Text bitte fair.
Ihre echte Einschätzung hilft dem Autor seine Texte zu verbessern.
342 Leser seit 1. Jan. 2024 für diesen Abschnitt
Diese Seite hat mir gut gefallen - weiter lesen
...war OK - weiter lesen
...sollte überarbeitet werden - weiter lesen
Gedankenaustausch: Hinterlasse dem Autor einen Kommentar.

Bitte Sicherheitskode links abtippen.
✔ Akzeptieren 🛠 Anpassen Mit "Akzeptieren" stimmen Sie der Verwendung von Cookies für Analysen und personalisierte Inhalte durch uns oder Drittanbieterseiten gemäß Datenschutzerklärung zu. Sie können diese Einstellungen idividuell anpassen.
Privatsphäre-Einstellungen
Um Ihnen ein optimales Webseiten Erlebnis zu bieten, setzen wir Cookies ein. Dies sind kurze Zeichenketten, welche die Website in Ihrem Browser hinterlegen darf. Dazu zählen Cookies für den Betrieb und die Optimierung der Seite als auch zum Speichern von Einstellungen und Funktionalitäten. Wir möchten Ihnen die Wahl geben, welche Cookies Sie zulassen. Ihre Wahl können Sie jederzeit durch löschen der Cookies für diese Seite ändern.

Cookies dieser Kategorie dienen den Grundfunktionen der Website. Sie dienen der sicheren und bestimmungsgemäßen Nutzung und sind daher nicht deaktivierbar.



Cookies dieser Kategorie ermöglichen es, die Nutzung der Website zu analysieren und die Leistung zu messen. Sie tragen zudem zur Bereitstellung nützlicher Funktionen bei. Insbesondere Funktionen von Drittanbietern. Das Deaktivieren wird diese Funktionenj blockieren. Einige Inhalte – z.B. Videos oder Karten können ggf. nicht mehr dargestellt werden. Außerdem erhalten Sie keine passenden Artikelempfehlungen mehr.



Marketing-Cookies werden von Partnern gesetzt, die ihren Sitz auch in Nicht-EU-Ländern haben können. Diese Cookies erfassen Informationen, mithilfe derer die Anzeige interessenbasierter Inhalte oder Werbung ermöglicht wird. Diese Partner führen die Informationen unter Umständen mit weiteren Daten zusammen.

Einstellungen speichern       ✔ Alle akzeptieren