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…  Leider konnte sie mir nur dich Richtung angeben, in der sie verschwunden sind, da sie ihnen aus Angst nicht folgen wollte.“ Sunu war bei den letzten Worten Tunips aufgesprungen und eilte in langen Schritten dem Palast zu. Tunip stolperte in der Hast sich zu erheben und seinem Herrn hinterherzujagen. Der zierliche Schreiber hatte alle Mühe den langbeinigen sehnigen Befehlshaber einzuholen. Er hängte sich an dessen Arm und redete drängend auf ihn ein, im verzweifelten Versuch ihn zu bremsen: „Herr, wo willst du hin?“ Sunu knurrte: „In den Palast, diesem Hurensohn von Thut den Hals umdrehen, was ich schon längst hätte tun sollen.“ Tunip stemmte die Füße in den Boden und zog an Sunus Schulter. „Herr,“ er redete wie zu einem unvernünftigen Kind, während seine Füße über den Boden geschleift wurden, „Herr, du kannst nicht den künftigen Pharao töten – und wenn du es tust, dann weißt du doch immer noch nicht, was mit der Dame Tuja ist, oder?“ Sein Reden schien zu wirken, die Schritte Sunus verlangsamten sich und schließlich blieb er nachdenklich stehen. Seine Schultern fielen nach vorn und zum ersten Male erschien er seinem Schreiber hilflos. „Herr, komm mit in deine Gemächer. Wir müssen beratschlagen, was zu tun ist.“ Willenlos ließ sich der große Mann von seinem jungenhaften Untergebenen wegführen.
                *
Es hatte nicht lange gedauert und Sunu hatte wieder zu seiner alten Selbstsicherheit zurückgefunden. Sobald er seine Gemächer erreicht hatte, begann er zu planen, was zu geschehen hatte. Er beschloß die Königin aus seiner Suche herauszuhalten, bis er wusste um was es sich bei der ganzen Aktion handelte. Er ließ sich von Nefer die Richtung beschreiben, in der die Missetäter ihr Opfer geschleppt hatten. Danach suchte er nacheinander Hui, Geb und auch den Architekten Senmut auf. Er informierte sie über das Verschwinden der Dame Tuja, über die Beobachtungen der Dienerin und bat sie vorübergehend um Stillschweigen. Danach ließ er ein paar ihm untergebene Medjay in seine Gemächer kommen, denen er vertraute. Diese schickte er aus, um herauszufinden, wo man im Palastgarten in der vermuteten Richtung eine Person unbemerkt verschwinden lassen konnte. Ach er selbst beteiligte sich an der Suche, war wahrscheinlich der eifrigste Beteiligte.

Eingeschlossen


Es herrschte völlige Finsternis um sie herum. Sie wusste nicht mehr, wie lange sie sich schon in ihrem Verließ befand, konnte sie doch hier in der feuchten Dunkelheit Tag und Nacht nicht unterscheiden. …
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