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…  „Wie war der letzte Satz?“ Unschuldig riß der junge Mann die Augen auf. „Welcher letzte Satz? Ich habe nichts gesagt.“ Ein leichtes Lächeln umspielte die Lippen des Befehlshabers trotz der mehr als ernsten Situation. Sunu nahm sein Auf– und Abgehen wieder auf; er musste überlegen, wie er es am besten anstellte ohne Aufsehen das „Haus“ zu betreten. Er würde nach einer der Seitenpforten in der umgebenden Mauer suchen und es von dort aus versuchen. Die Wächter dürften für ihn als Befehlshaber kein Problem sein. Nur von den Priestern sollte er nicht erwischt werden. Sie konnten ihm den Zutritt jederzeit verwehren und mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit hatte Hapuseneb dafür Sorge getragen, dass sich der Leiche Tujas niemand außer seinen Priestern näherte. Er würde bei Dunkelheit handeln müssen, denn da hielten sich selbst die Priester ungern an ihrem unheimlichen Arbeitsplatz auf und die Chance unbemerkt zu bleiben, war groß. Sunu überlegte, ob er nicht einfach eine Genehmigung von Hatschepsut einholen sollte. Niemand würde sich einer solchen widersetzen. Aber dann würde wahrscheinlich Thutmosis Wind von der Sache bekommen und die Leiche über Hapusenebs Helfer ganz verschwinden lassen. Nein, er musste das allein durchziehen.

Der richtige Instinkt


Als die Nacht hereingebrochen war, machte sich Sunu mit Tunip auf den Weg. Außer Hui wusste niemand über diese Unternehmung Bescheid. Sunu hatte den schwarzen Hünen angewiesen, falls irgendetwas schief gehen sollte, der göttlichen Gemahlin alles zu erzählen. Hui hatte wie immer wenig Worte gemacht, Sunu aber seiner Zuverlässigkeit versichert. Sunu hatte die Kriegsgewänder angelegt, sich das lange kupferne Schwert und den Armreif des Befehlshabers angelegt. So konnte er davon ausgehen, dass er zumindest von den Wachen nicht aufgehalten werden würde. Selbst Tunip war heute ausnahmsweise bewaffnet. Sunu hatte ihn gedrängt seinen Dolch zu tragen. Doch erst als der Befehlshaber einen sehr eleganten goldenen Gürtel als Halter für die Waffe dazulegte, hatte der Jüngling zugestimmt, einen bewundernden Blick auf das Schmuckstück werfend. Sie verließen den Hof des Palastes und erreichten den Kai. Unten an den Stufen nahmen sie sich einfach eine kleine Feluke und segelten los. Am Ufer angekommen sahen sie die Lichter des Tempelareals. Sie vertäuten das Boot und näherten sich den Außenmauern. Vorsichtig schlichen sie in einigem Abstand daran entlang, bis sie eine kleine Pforte bemerkten, an der nur eine Wache stand. …
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