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… Sunu, je länger sie suchend den Wüstensand durchpflügten und er kein Wort der Beschwerde hörte. Als die Sonne ihren Höchststand erreichte, machten sie Halt. Man hatte extra ein großes Zelt mitgeführt, zur Bequemlichkeit der Königin. Als Hatschepsut bemerkte, dass die Soldaten anfingen das riesige Gebilde aufzustellen, eilte sie zu ihnen und bat darum, dass man sich die Zeit und die Arbeit sparen solle. Sie wollte sich lieber ein schlichtes Sonnensegel mit den Soldaten teilen. In diesem Augenblick hatte sie sich auch die Herzen der übrigen Soldaten sowie des Hauptmanns Nakht erobert. Sobald es die nachlassende Hitze zuließ, drängte die Königin zum Aufbruch. Sie war es auch, die wenig später im diffusen orangegoldenen Licht des Spätnachmittages, die Spuren der Diebe entdeckte. Sie sprang von Sunus Wagen und lief ein paar Schritte über die goldenen Dünen. Dort fegte sie mit dem Fuß eine dünne Schicht Sand beiseite und wies triumphierend auf eine kaum erkaltete Feuerstelle. Die Diebe schienen sich sicher zu fühlen, denn sie hatten anscheinend keinerlei Eile gehabt, ihren Weg fortzusetzen. Mit neuem Eifer wurde die Jagd fortgeführt. Die glühende Scheibe des Re sank dem Horizont entgegen und das tiefe Rot des Himmels verblasste langsam zu einem hellen, mit goldenen Streifen durchsetzten Rosa. Sunu, der neben Hauptmann Nakht die Truppen anführte hob die Hand und die Streitwagen hielten hinter seinem Wagen in einer Staubwolke an. Wortlos deutete er mit ausgestreckter Hand nach vorne. Ein undeutlicher rötlicher Schein spiegelte sich in der Ferne auf einer sich aus dem Sand erhebenden Felswand und im dunkler werdenden Himmel darüber. Neugierig spähte die Königin über Sunus Schulter und murmelte: „Das muß ihr Lagerfeuer sein. Sie haben die Felswand zum Schutz im Rücken.“ Dann sagte sie lauter und mit Triumph in der Stimme: „Wir haben sie.“ Freudig zustimmendes Gemurmel erhob sich unter den Männern und man merkte ihnen ihre Ungeduld an, die Männer anzugreifen und sich vor ihrer Herrscherin mit Ehre zu bedecken. Sunu überreichte mit einer tiefen Verbeugung die Zügel der Königin und stieg vom Wagen, um den Eifer der Männer in die richtigen Bahnen zu lenken. Auch Nakht übergab die Zügel einem Soldaten und trat hinzu. Abwartend blickte Sunu den Älteren an, doch dieser überließ mit einer Geste ihm das Wort. Sunu hob den Finger in den Wind und sog die Luft durch die Nase, wie ein Raubtier, dass Witterung  …
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