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… jedes Mal auf das stramme Salutieren des Leutnants in Form von Schlagen der rechten Faust gegen die linke Schulter wartete, welches aber niemals erfolgte. Ergeben setzte sich der Hauptmann nach wenigen Augenblicken wieder hin und grinste Sunu an. „Nimm Platz, Leutnant Sunu,“ brummte er, auf einen vor dem Schreibtisch stehenden Lederhocker weisend, „ich denke du hast alle deine Aufgaben heute zu meiner und deiner Königin Zufriedenheit ausgeführt.“ Sunu blickte, sich auf dem Polster niederlassend, in die hellen Augen des Mannes und nickte nur leicht mit dem Kopf. „Deine weitere Aufgabe wird sein“, das Grinsen verschwand und die Stimme Nakhts wurde eindringlich, „ – und ich bin befugt dir den Auftrag zu erteilen, da er direkt von Ihrer Hoheit der Tochter Amuns Hatschepsut kommt – dich weiterhin persönlich um ihre Sicherheit zu kümmern, bis die Hoheit beliebt wieder abzureisen.“ Noch ehe Sunu den Sinn des eben Geäußerten erfasste bemerkte er, dass sich Nakhts Grinsen in Schadenfreude wieder einstellte. Des Leutnants Züge wurde hart. Langsam begriff er, was die Worte des Hauptmannes bedeuteten: das Ende seiner Selbstständigkeit, einen Haufen Verpflichtungen, Verantwortung und womöglich – bei Nichtzufriedenstellung des Pharao – den Verlust seines Kopfes. Mochten andere es als Ehre ansehen so ein Amt zu bekleiden, nicht jedoch Sunu, der seine Freiheit liebte und sich ungern unterordnete. Er wollte schon in ablehnender Weise etwas entgegnen, da wurde Nakhts Gesicht ernst und kalt. Abrupt hob der Hauptmann die Hand, um ihn Schweigen zu heißen. Seine Stimme klang leise aber gefährlich: „Sunu, du bist ein guter Mann und ich lasse dir viel durchgehen, aber wage es nicht, dich einem Befehl deiner Königin zu widersetzen! Du darfst dich jetzt entfernen – ich werde dich benachrichtigen, wie es weitergeht.“ Das unwiderrufliche Ende des Gesprächs betonend beugte Nakht sich über eine Schriftrolle auf seinem Tisch. Sunu erhob sich und blieb kurz unschlüssig vor dem Schreibtisch stehen. Dann überlegte er es sich, nickte Nakht zu und verließ weiter schweigend dessen Haus. Auf dem Weg zu seiner Wohnstatt überdachte er wieder und wieder die Worte des Hauptmanns. Ihm war nicht einmal aufgefallen, dass die Königin ihn überhaupt bemerkt hätte – wie sollte sie also ausgerechnet seinen Schutz wünschen? Seine Gedanken liefen im Kreis und schließlich gab er es auf darüber nachzugrübeln. Er hatte inzwischen  …
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