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… Fest für ihren Wiedereinzug vorbereiten und zwar bis in fünf Tagen.“ Sie blickte noch einmal von einem zum anderen und entließ sie dann mit einer energischen Geste.
                *
Sunu ging durch die Straßen der Stadt der hundert Tore. Er wusste nicht recht, ob er sich für die Dame Tuja freuen, oder sich um ihre Sicherheit bei einer Rückkehr in den Palast sorgen sollte. Er schaute um sich. Die Stadt war noch immer schön anzusehen. Der Mechir war vorübergegangen und die Blumen, die Bäume und die Saat auf den Feldern um die Stadt, alles stand in voller Blüte. Die Mauern der Gärten waren von wildem Wein und von Efeu überrankt; die Dachterrassen der Häuser wurden von den Blättern der Bäume beschattet und waren mit Topfpalmen verschönert. Sunu setzte seinen Weg fort und erreichte bald darauf einen kleinen Platz, auf dem tagtäglich ein Markt abgehalten wurde. Es wimmelte vor Menschen, die Mittagszeit war angebrochen und viele Hungrige und Kauflustige hatten sich versammelt. Hier war immer etwas los. Unzählige Stände mit Schmuck, Duftölen, Geschirr, Gewürzen und Gewändern wechselten sich ab mit Imbissständen, Viehhändlern und Ständen mit Grabbeigaben. Ein undefinierbarer Geruch hing über dem Ganzen, ein Gemisch von Tierdung, Essens– und Parfümduft. Am Rande des Platzes befand sich die Wirtschaft, deren Besitzer sich stolz wähnte, dass seine hübsche Tochter die Aufmerksamkeit des Leibwächters der Königin, Hui, auf sich gezogen hatte. Sunu war dort bereits wohl bekannt und als er die Schänke betrat, winkte ihn der Wirt wohlwollend grinsend weiter zur Treppe zum Oberstock. Sunu stieg die schmalen Stufen empor und klopfte an eine unauffällige Tür auf dem engen Gang. Auf eine leise Antwort hin öffnete er sie und trat, den Kopf ob des niederen Türbalkens einziehend, ein. Die Dame Tuja erhob sich von einer schmalen aber sauberen Liegestatt und kam ihm einen Schritt entgegen. Zurückhaltend nahm er ihre beiden Hände und küsste sie auf die Wange. Seit sie hier allein untergebracht war, hatte Sunu es nie an Abstand und Respekt mangeln lassen. Am Anfang hatte sie sowieso noch in Fieberträumen gelegen und ihn gar nicht erkannt. So oft er konnte, hatte er trotzdem an ihrem Bett gesessen und versucht, sie während ihrer angstvollen Träume zu beruhigen. Erst seit ein paar Tagen ging es ihr besser. Solange er aber nicht wusste, was die Zukunft bringen würde, wagte er nicht ihr von seinen Gefühlen  …
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