„Es kam von dort oben!“
Die Hand einer jungen Frau zielte auf das Dach der Messehalle 4, deren weiße Ziffer groß an der Vorderseite leuchtete. In der Folge richteten sich immer mehr Augen und Kameras auf die Brüstung der Halle, von welcher der tödliche Schuß abgefeuert worden war. Dort oben konnte man den Schatten einer menschlichen Gestalt ausmachen, die sich tief gebückt entfernte. Das wirkte wie ein Signal.
Die Menschenmenge, eben noch im Begriff, sich um den tödlich Getroffenen zu scharen, wendete sich nun den Messehallen zu. Jung und Alt, Groß und Klein, Presse und Sicherheitsbeamte, alle rannten in Richtung der Halle 4. Lothar, der erkannte, daß er nichts mehr für Bernd tun konnte, schloß sich ihnen an.
Ms Auftrag war planmäßig erledigt worden. Diesmal jedoch ließ er die Waffe zurück, die Zeit wurde knapp. Sehr lange darüber nachdenken, warum er so rasch entdeckt worden war, brauchte er nicht. Laut war der Schuß gewesen. Zu laut.
M stürzte die Treppe hinab, betrat den Aufzug, drückte den Knopf mit dem Buchstaben E und der Lift setzte sich in Bewegung. Vielleicht war er mit dieser letzten Aktion einen Schritt zu weit gegangen, überlegte er. Er kannte die Gründe nicht, die seinen Auftraggeber bewogen hatten, jenen Mann erschießen zu lassen. Gründe interessierten ihn nie. Politik ebenfalls nicht. Heute aber schien es brenzlig zu werden. Wie eine Ewigkeit mutete es ihn an, bis der Fahrstuhl endlich das Erdgeschoß erreichte und er aussteigen konnte.
In der leeren Messehalle war es totenstill, jeder Schritt wurde von einem Echo begleitet, das sich an den kahlen Wänden brach. Von außen jedoch drang ein Geschrei herein, entfernt noch, aber sich beständig nähernd. M begann zu laufen. Er rannte durch die Halle, erreichte den unscheinbaren Seiteneingang und spähte hinaus.
Noch war der Mob nicht angekommen, M lief zum weißen Lieferwagen, riß die Tür auf und stürzte sich hinters Steuer. In höchster Eile startete er den Motor und trat das Gaspedal durch. Bis zum Tor waren es nur ein paar hundert Meter. Soweit aber kam er nicht.
Hinter der nächsten Biegung schon traf er auf eine unübersehbare Menge, in der Hauptsache ältere Menschen. Erschrocken bremste er ab - um sogleich wieder Gas zu geben. Den Fuß auf dem Pedal, raste M mitten hinein in die Massen.
Leiber wurden in die Luft geschleudert, zur Seite geworfen, über einige fuhr er hinweg, irgendwann aber stand der Lieferwagen mit durchdrehenden Reifen, wurde von der brodelnden Menschenmasse festgehalten. …
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