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… 
Worüber reden die beiden? zermarterte sich Grabow auf der Treppe das Gehirn. Von welchem BKA spricht Steiner? Sind die beiden Polizisten?
Und mit einemmal fiel ihm auf, daß diese Männer überhaupt keinen Schweizer Akzent sprachen. Da durchzuckte es ihn wie ein finaler Stromschlag.
Seine beiden Freunde Bernd und Lothar waren Beamte der deutschen Polizei und hatten den Auftrag, ihn zurückzuholen! Wie auch immer sie seinen Aufenthaltsort herausgefunden hatten. Geschockt zog sich Grabow zurück. Fuß um Fuß stieg er die Wendeltreppe wieder hinunter, lief zu seinem Behälter, stieg hinein und schloß ihn leise. Im ersterbenden Schein seiner Taschenlampe ertastete er eines seiner Mobiltelefone, die er vor der Abreise vorsorglich aufgeladen hatte. Ein weiser Entschluß, wie sich nun zeigte.     
Mit dem winzigen Gerät in der Hand verließ er sein Gefängnis wieder, entfernte sich von der Treppe, vom Cockpit. Seine Lampe gab den Geist auf. Aber das Mobiltelefon besaß ein Leuchtfeld, das die Tastatur erhellte. Grabow dachte kurz nach, dann wählte er eine Nummer. Der Ruf ging durch, aber der Teilnehmer hob nicht ab. 
Rudolf Grabow hatte keine Ahnung, wie spät es jetzt gerade in Deutschland sein mochte, es war ihm gleichgültig. Er wartete eine Stunde und versuchte es erneut, mit dem gleichen Resultat. Beim dritten Versuch kam die Verbindung zustande. Am anderen Ende meldete sich ein Mann mit einem slawischen Akzent. Grabow erklärte kurz, wo er sich befand, wohin die Reise ging und gab dem Mann genaue Instruktionen. Der Mann verstand. Er versicherte Herrn A., wie er ihn nannte, ihn nicht im Stich zu lassen und beendete das Gespräch. 

Kapitel XXII


  
   Dieser Auftrag war ein Kinderspiel. M hatte nicht allzu viele Vorbereitungen zu treffen. Nach dem Anruf fuhr er sofort nach Hamburg, um sich die Waffe zu besorgen. Eine Waffe mit neuem Lauf, ein Präzisionsgewehr aus den Vereinigten Staaten, dessen effektive Reichweite mehr als 900 Meter betrug; ausgestattet mit einem Zielfernrohr der Firma Zeiss. 
Niemals, und das bedeutete auch wirklich niemals, wurde ein Lauf zweimal verwendet. Sofort nach einem Auftrag ging die Tatwaffe zurück an den Lieferanten, der tauschte den Lauf unverzüglich aus. Auf diese Weise konnte zwischen eventuell aufgefundenen Geschossen keinerlei Bezug hergestellt werden, obwohl sie immer von derselben Waffe abgefeuert wurden. 
Jeder Lauf besaß im Innern seine eigene Charakteristik. Da das Projektil stets eine Winzigkeit größer war als der Innendurchmesser des Laufes, wurde es nach dem Abfeuern quasi durch den Lauf gepreßt. …
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