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… 
Auf dem Rückweg zur Gartenbank überlegte er fieberhaft, welchen Grund er seiner Gattin nennen sollte, warum er ausgerechnet jetzt weg mußte.
„Es war … der Flughafen“, log er, als er vor Vera stand. „Eine …eine Ausländerin hat darum gebeten, daß ich zum … Flughafen komme. Sie hat sehr undeutlich gesprochen, es klang besorgt. Es ist das beste, wenn ich … gleich hinfahre.“
Damit ging er zum Haus.
„Und wenn Bernd sich meldet?“ rief ihm seine Frau hinterher.
Hermann blieb stehen, drehte sich um und sagte:
„Ich ruf dich an, wenn ich dort bin.“
Verwirrt schaute der graue Hund an Veras Seite seinem Herrchen hinterher.

Kapitel XXIV



   Die Fahrt dauerte Hermann viel zu lange. Es war gerade 14 Uhr vorbei, der Verkehr auf den Straßen mäßig, dennoch saß er angespannt hinter dem Lenkrad des Volvos. Seine Gedanken kreisten um das bevorstehende Abenteuer mit Nadja, aber mehr noch um sein Versprechen, daß er Bernd gegeben hatte: Ich bin da, wenn du mich gebrauchst.
Vielleicht rief der Freund ja auch heute gar nicht an, oder er, Hermann, war längst wieder zu Hause, wenn der Anruf kam. Durch diesen frommen Wunsch nicht wirklich beruhigt, konzentrierte er sich wieder auf Nadja, auf ihre unglaublich Erotik, ihre unschuldige Nacktheit, und bemerkte nicht, daß er die erlaubte Höchstgeschwindigkeit deutlich überschritten hatte. Erst als der LKW auf der Überholspur vor ihm die Autobahn dichtmachte, bremste Hermann scharf. Der Volvo blieb sauber in der Spur, das Antiblockiersystem ratterte und brachte den Wagen dicht vor der gewaltigen Stoßstange des Dreißigtonners auf die angepaßte Geschwindigkeit, Hermann atmete tief durch. Wütend drückte er die Hupe, aber den Fahrer des Lasters traf keine Schuld.
Hermann konnte es kaum erwarten, Nadja in seine Arme zu schließen, und so blieb es bei der rasanten Fahrt, bis der Wagen schließlich gegen 15 Uhr am vereinbarten Treffpunkt hielt. Nadja schien dem Wiedersehen bereits sehnsuchtsvoll entgegenzufiebern und schnippte, als sie ihn kommen sah, die halbgerauchte Zigarette auf die Straße. Der Volvo stand noch nicht richtig, da hatte sie die Beifahrertür schon geöffnet, war eingestiegen und saß neben Hermann. Wie bei einem guten Freund, so drückte sie ihm einen dicken Kuß auf die Wange. Sie sah betörend aus.
„Ich zeige dir, wie du fährst, Cherrmann“, kam es gewohnt rauchig aus ihrer Kehle, und mit ihrem Finger deutete sie auf eine Straßenkreuzung. Hermann beschleunigte. 
 …
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