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…  Die erste Rolle schob ihn nur schnarrend vor sich her und hätte ihn ihm beinahe aus der Hand gerissen. Der zweite Versuch war etwas erfolgreicher. Der Schlüssel verhakte sich unter den Doppelrollen, das Band wurde langsamer.  
Kurz darauf erfolgte ein heftiger Ruck, die nachfolgenden Kugellager schleuderten den Schraubenschlüssel in weitem Bogen zur Seite, und er stürzte in die Tiefe. Das Band lief weiter. Schon ragte Bernds linker Ellenbogen über das Ende des Bandes hinaus, er spürte die infernalische Hitze. Verzweifelt schob er seinen Körper nach unten, weg von der Glut, wurde aber von Hermann daran gehindert, der regungslos hinter ihm lag und dessen Schultern gegen seine Beine drückten. 
Bernds Augenbrauen begannen bereits zu schmoren, da stoppte das Band unvermittelt. Hastig brachte er sich in Sicherheit. Es war allerhöchste Zeit. 
  Nachdem er die sprühenden Funken am Himmel gesehen hatte, war Juri zum Schalter hinüber gegangen und hatte das Band abgestellt. Der Auftrag war erledigt. Von drüben verkündete die Autopresse geräuschvoll einen neuen Erfolg, eine alte Karosserie in einen Klumpen Metall verwandelt zu haben. Juri lief zum Kipper zurück, Grabow und Nadja standen hinten neben der schräggestellten Ladefläche und starrten wieder fasziniert zur Autopresse hinüber. Juri stellte sich daneben.
   Fürs erste waren sie gerettet. Bernd kniete an Hermanns Füßen, zog, zerrte und schleppte seinen Freund auf diese Weise rückwärts wieder in die Tiefe. Endlose Minuten dauerte es, bis er den Erdboden erreicht, den Freund herunter gehoben und ihn in der Dunkelheit auf die schmutzige Erde gelegt hatte. Mit Hilfe seiner Zähne befreite er ihn von den Fesseln des Klebebandes. Noch immer zeigte Hermann kein Lebenszeichen.
   Der Kipper war entladen, Juri wieder hinter dem Lenkrad und gerade dabei, die Ladefläche abzusenken, als sich ein Schatten vom Förderband herüber auf ihn zu bewegte. Derart überraschend und schnell kam der Schatten näher, daß Juri keine Zeit blieb, auf irgendeine Art zu reagieren. Zudem wußte er nicht, wer da auf ihn zu lief. 
   Bernd, im Geiste wieder in Mogadischu und ganz und gar im Einsatz bei der GSG 9, hatte das Überraschungsmoment auf seiner Seite. Er sprang in die offene Wagentür, stürzte sich auf den Fahrer und riß ihn vom Sitz. Die beiden schweren Männer kippten aus dem Führerhaus, unkontrolliert, wie es schien. Aber Bernd wußte genau was er tat. Mit seinen Beinen wieder fest am Boden, brachte er den haltlos fallenden und verzweifelt mit den Armen rudernden Juri in Position. …
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