Von Hermann, der sich mit Mühe aufrecht halten konnte, beobachtet, rappelte er sich auf und rollte sich unter dem Kipper hindurch. Zwei, drei Umdrehungen, und Juri lag auf der anderen Seite. Er erhob sich, noch immer nicht richtig klar im Schädel, und lief vom Lastkraftwagen weg hinein in die Dunkelheit.
Über rauhe Autolacke glitten seine Hände, über zerborstene Fenster, ertasteten tote, glaslose Scheinwerfer, er war unfähig auch nur die kleinsten Details zu erkennen. Da wurde er am Arm gepackt und festgehalten. Er erschrak, riß sich los, wollte weglaufen, wußte aber nicht wohin. In dem Moment vernahm er eine vertraute Sprache. Die Person konnte er nicht erkennen, aber es war Nadja, die mit ihm in seiner Muttersprache redete. Rasch zog sie ihn zu sich hinunter in die Hocke.
„Was ist mir deiner Brille passiert?“ fragte sie, als sie bemerkte, daß Juri quasi blind war.
„Sie ist zerbrochen“, gab er grollend zur Antwort. „Der Mann, dieser Bernd, hat sie kaputtgemacht.“
„Bleib unten. Er sucht uns. Aber er wird uns nicht finden! Wir brauchen nur abzuwarten.“
Bernd war wütend über sich selbst. Wie konnte er diesen Mann nur entkommen lassen? War er zu lange in Pension gewesen? Wo hatte er seine Gedanken gehabt? Im Moment war nur noch Grabow übrig. Aber so leicht gab Bernd nicht auf. Er winkte Hermann zu sich herüber, der kam seiner Aufforderung nach. Er machte einen recht stabilen Eindruck, ging gerade, wankte nicht mehr.
„Bist du in Ordnung?“ fragte Bernd den Freund, und als Hermann nickte, setzte er nach: „Kannst du Grabow bewachen? Schaffst du das?“
Als hätte Hermann sein Leben lang mit Waffen zu tun gehabt, so sicher ergriff er die Pistole und richtete sie unverzüglich auf den Kopf des verhaßten Grabow, dem er nun zum ersten Mal gegenüberstand.
Der rührte sich nicht. Jetzt, da der andere, der weniger Erfahrene, ihm diese Schußwaffe vor die Nase hielt, war es für ihn um einiges gefährlicher geworden. So hoch er konnte, reckt er seine Arme in die Nacht.
Bernd lief los. Den beiden Flüchtenden war nur eine Richtung geblieben: Hinein ins unübersichtliche Gewirr der Autowracks. Bernd sandte seine Augen auf die Reise, sie kontrollierten jede Karosserie, die er im Dunkel erspähen konnte – nichts. Dabei mußte er ständig den gefährlichen Greifarm des Krans im Auge behalten, der wie eine schwarze metallene Spinne herab fuhr, sich jedesmal eine alte Karosse schnappte, sie empor hob und schließlich in die Presse fallenließ. …
Diese Seite hat mir gefallen - weiter lesen ►
...war OK - weiter lesen ►
...sollte überarbeitet werden - weiter lesen ►
...war OK - weiter lesen ►
...sollte überarbeitet werden - weiter lesen ►
◄ zurück blättern
Beurteilen Sie den Text bitte fair.
Ihre echte Einschätzung hilft dem Autor seine Texte zu verbessern.
343 Leser seit 1. Jan. 2026 für diesen Abschnitt
Noch kein Kommentar zu dieser Seite.
Sei der Erste!
Ihre echte Einschätzung hilft dem Autor seine Texte zu verbessern.
343 Leser seit 1. Jan. 2026 für diesen Abschnitt
Noch kein Kommentar zu dieser Seite.
Sei der Erste!