Von Grabow war momentan nichts zu befürchten, demnach zeigte die Pistole weiterhin auf die junge Frau. Bernd senkte sie, zielte auf ihr rechtes Bein. Auch jetzt hatte er nicht die Absicht zu schießen. Zudem waren die Lichtverhältnisse hier überaus dürftig. Kaum daß er Kimme und Korn in Einklang brachte. Im Grunde war es viel zu gefährlich einen gezielten Schuß abzufeuern.
„Beeernd“, drang es gequält in seine Ohren.
Was war das?
„Bernd!“ rief es etwas deutlicher.
Jetzt erst drehte der Angesprochene den Kopf in die Richtung. Dort drüben, beinahe nicht zu sehen, am Anfang des Förderbandes, welches ihnen beiden fast zum Verhängnis geworden wäre, stand Hermann als diffuser Schatten und hielt sich krampfhaft fest. Ein Stein fiel Bernd vom Herzen. Der Freund lebte, schien sogar unverletzt zu sein.
„Bleib drüben“, rief Bernd zurück und hatte keine Ahnung, ob Hermann imstande war ihn überhaupt zu verstehen, denn schon wieder schickte die Presse ihren zermalmenden Atem herüber.
Im Augenblick konnte Hermann ihm ohnehin nicht helfen, hier mußte er alleine klar kommen. Mit der Hand bedeute er ihm stehen zu bleiben. Dabei erkannte er, daß Hermann ihm Zeichen gab. Mit dem Arm deutete er auf den Boden vor den Lastwagen. Bernd erschrak. Juri war verschwunden.
Unangenehm und hart war das Hindernis in ihrem Rücken, nervös betasteten es ihre Finger und spürten Metall, Rost. Wie in Zeitlupe drehte Nadja ihren Kopf, sie wollte nur noch weg von hier. Der Pistolenlauf des Mannes zeigte tief, auf ihre Beine. Dieser Dreckskerl wollte ihre schönen, ihre makellosen Beine zerschießen! Mit stockendem Atem wich sie zur Seite aus, umrundete das Autowrack, das ihren Weg versperrte, als der Mann unerwartet die Waffe zinken ließ. Er wendete den Kopf, sein Blick richtete sich auf etwas, das sie nicht sehen konnte, auf etwas, das sich vor dem Laster befand. Nadja machte ein paar Schritte und verschwand zwischen dem Altmetall in der Dunkelheit.
Juri hatte die Besinnung wiedererlangt, sich ziemlich benommen umgesehen, konnte aber fast nichts erkennen. Wo war seine Brille? Noch lag er auf dem Rücken, verschwommen nahm er den linken Vorderreifen des LKWs wahr. Hinter ihm stand jemand, ein großer Kerl. Das mußte der Angreifer, das mußte Bernd sein, der ihn so unsanft zu Boden geworfen hatte. Seine Hände tasteten den feuchten Boden ab, suchten nach den so überaus wichtigen Augengläsern. Ohne seine Brille war Juri nicht einmal in der Lage zu sagen, ob Bernd ihn anschaute. …
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