Bernd, dessen Pupillen genügend Zeit gefunden hatten sich anzupassen, erkannte den Freund sogleich. Aber die Situation, in der sie sich befanden, ließ alles andere als den Schluß zu, daß es sich tatsächlich um Hermann handeln könnte.
„Hermann?“ fragte er daher etwas unsicher.
Bis ins Mark durchzuckte es den Angesprochenen, als er die Stimme erkannte. Was machte Bernd hier unten? Was ging hier vor sich? Erst als Bernd näher trat, löste sich seine Anspannung ein wenig, und nun realisierte er endgültig, daß er in eine Falle gelaufen war. Wie ein Kaninchen.
Das schwere Werkzeug in Bernds Hand senkte sich, die beiden Freunde lauschten auf etwaige Geräusche von draußen, aber das alte Gemäuer ließ kaum einen Laut hindurch, weder hinein noch hinaus. Schreien war völlig zwecklos.
„Wie kommst du denn hier her?“ wollte Bernd wissen, und Hermann räumte ihm das Recht ein, es zu erfahren.
Während der nächsten Stunden erzählten sich die Freunde ihre jeweiligen Abenteuer. Hermann begann mit dem seinigen, es war das kürzere. Er sprach sehr stockend. Mehrmals unterbrach er seinen Bericht, er schämte sich entsetzlich, wollte Vera gar nicht mehr unter die Augen treten. Bernd jedoch zeigte durchaus Verständnis für dieses Verhalten. Er war schließlich ein Mann.
„Das ist nichts Ungewöhnliches. Das passiert täglich. Es geschieht öfter als viele glauben. Und manche, die eine solche Gelegenheit ungenutzt verstreichen lassen, ärgern sich ihr Leben lang darüber. Du mußt dir nichts vorwerfen. Es ist ja nichts passiert. Vera wird sicher Verständnis zeigen, ich kenne sie.“
Aber alle tröstenden Worte Bernds schafften es nicht, diese große Schuld von Hermanns Schultern zu wälzen.
Das kleine Milchglasfenster unter der Kellerdecke ließ nur spärliches Licht hereinfallen, die beiden Männer verspürten bohrenden Hunger. Das Wasser aus dem Hahn stillte zwar ihren Durst, trotz des unangenehmen Geschmacks, aber ihr Hunger nahm stetig zu. Wollte man sie hier unten verhungern lassen? Das war durchaus kein abwegiger Gedanke, denn hören konnte sie hier niemand. Ihre Entführer brauchten nur so lange zu warten, bis sie vor Entkräftung bewegungsunfähig am Boden lagen. Danach war es ein leichtes, sie irgendwo hinzubringen und …
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