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…  Beinahe beschwingt gingen sie zu Bernds dunklem Audi. Endlich wußten sie eine starke, eine unbestechliche Justiz hinter sich, endlich passierte in dieser Angelegenheit etwas, endlich hatten sie die Behörden wachrütteln können. Als der Wagen die schmale Parklücke verließ, konnte man im Innern zwei zufriedene Gesichter erkennen. Erleichterung machte sich breit, Erleichterung und Vertrauen in eine resolute Staatsanwältin Solveigh Hindemith.
   Nachdem sie wieder alleine war, griff Frau Hindemith zum Telefon und wählte eine interne Nummer. Lange und ausgiebig unterhielt sie sich mit ihrem Gesprächspartner, erzählte ihm ausführlich, was ihr soeben selbst berichtet worden war und gab die Namen der beiden Männer zusammen mit der so überaus wichtigen Telefonnummer weiter. Die Stimme am anderen Ende der Leitung versprach routiniert, sich höchstpersönlich der Sache anzunehmen.

Kapitel XI



   Einen Bonus! Was für einen Bonus? Zum wiederholten Male warf Helen Kleinschmitt einen skeptischen Blick auf diesen handgeschriebenen Brief, bevor sie ihn zurück in ihre Handtasche steckte. Er war vor wenigen Tagen mit der Post gekommen, und Grabow bat sie darin, zu einem bestimmten Treffpunkt zu kommen. Es sollte ihr Schaden nicht sein, stand ganz unten noch als Randnotiz. Nicht ihr Schaden? Was wollte der Mann von ihr? Nicht ihr Schaden. Das bedeutete im allgemeinen: Geld! Dafür hatte Helen ein untrügliches Gespür entwickelt. 
Als Treffpunkt hatte Grabow den Zoo vorgeschlagen, Helen war es völlig gleichgültig. Die späte Tageszeit war ein wenig ungewöhnlich, denn im April schloß der Tiergarten bereits um 18 Uhr; aber es blieb ihnen ja noch eine halbe Stunde. Vor dem Aquarium sollte sie einen Mann treffen, Erkennungszeichen war ein dunkler Aktenkoffer. 
Die Frau trug modische rote, gefütterte Stiefel mit hohen Absätzen. Mit zögerlichen Schritten lief sie den Kiesweg entlang, der hinüber zur Meeresanlage führte, die Augen starr nach vorne gerichtet, um den Mann mit dem Koffer auf keinen Fall zu verpassen. Und tatsächlich sah sie ihn dort drüben stehen!
Den Kragen bis unters Kinn geschlagen, den Aktenkoffer in der rechten Hand, stand ein fremder Mann in einen grauen Mantel gehüllt und betrachtete sich ein buntes Plakat mit afrikanischen Wildtieren, das den Besucher zu Spenden aufrief. Helen konnte ihn nur von hinten sehen, er war ihr unbekannt. Grabow war es nicht. Er war kleiner.
Behutsam näherte sich die Frau, als der Mann im grauen Mantel den Kopf wendete und sie ansah. …
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